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Prelicz-Huber Katharina · Nationalrat · 2024-02-28

Prelicz-Huber Katharina · Nationalrat · Zürich · Grüne Fraktion · 2024-02-28

Wortprotokoll

Ja, auch Senioren und Seniorinnen sollen die Möglichkeit haben, sich weiterzubilden. Deshalb wurde dieses Postulat eingereicht, mit der Bitte, einen Bericht über die Situation bei der Weiterbildung von Über-60-Jährigen in den Kantonen zu erstellen. Es soll geschaut werden, welche Angebote überhaupt da sind und, nicht zuletzt, von welcher Qualität die sind. Der Bericht soll auch aufzeigen, ob gesetzliche Grundlagen nötig wären bzw. ob nicht eine weitere Unterstützung des Bundes angezeigt wäre, damit die Verankerung des lebenslangen Lernens in der Alterspolitik tatsächlich Einzug hält.

Die Realität ist: Wir werden immer älter, nicht zuletzt dank der Medizin. Es ist deshalb wichtig, dass sich nicht ein grosser Teil der Gesellschaft aus dem Alltagsleben, quasi aus der Gesellschaft, ausschaltet. Senioren und Seniorinnen sollen so lange wie möglich voll in der Gesellschaft integriert sein, trotz den grossen, teilweise schwierigen Veränderungen wie unter anderem die Digitalisierung oder auch der Klimawandel. Es ist wichtig, dass auch Seniorinnen und Senioren im lebenslangen Lernen unterstützt werden, dass man sich auch noch im höheren Alter in gewissen Dingen weiterbilden kann, um nicht abgehängt zu werden und länger fit und auch autonom zu sein. Verschiedene Untersuchungen zeigen, dass das der Fall ist, wenn man sich geistig aktiv hält. Am Schluss ist diese Massnahme sehr kostensparend.

Aktuell ist es leider so, dass sich nur gerade 20 Prozent der Über-60-Jährigen mit irgendeiner Weiterbildung fortbilden. Was sind die Gründe? Das ist leider nicht klar. Ist es der fehlende Zugang? Fehlen die richtigen Weiterbildungsangebote? Ist überhaupt eine genügende Finanzierung vorhanden? Sind die Angebote nachfrageorientiert? Vielleicht sind[NB]sie[NB]nicht[NB]einmal bekannt - das wäre letztendlich das Fatalste.

Es ist erfreulich, dass der Bundesrat anerkennt, dass lebenslanges Lernen wichtig ist. Aber warum wird nicht entsprechend gehandelt? Hier müsste genauer hingeschaut werden; hier müsste auch geschaut werden, ob wirklich das Richtige getan wird. Das scheint nicht der Fall zu sein, da sich nur 20 Prozent beteiligen. Auch wäre wichtig, abzufragen, welche Angebote es braucht. Der Sinn des Postulatsberichtes wäre, die Situation der Senioren und Seniorinnen wirklich zu erfassen. Was wäre im Falle der Weiterbildung das Nötige? Natürlich bräuchte es dann auch Vorschläge für Verbesserungen, falls sich herausstellt, dass nicht das Richtige getan wird.

Ich bitte Sie also, letztendlich auch im Sinne der kostensparenden Idee "Je länger fit, je länger dabei, je länger autonom", das Postulat zu unterstützen.