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preparatory:AB 334795

Molina Fabian · Nationalrat · Zürich · Sozialdemokratische Fraktion · 2024-03-05

Wortprotokoll

Zuerst möchte ich Ihnen meine Interessenbindung offenlegen: Ich bin Copräsident von Swissaid, der Schweizerischen Stiftung für Entwicklungszusammenarbeit.

"Zero hunger": Dieses Ziel hat sich die Staatengemeinschaft mit der Verabschiedung der Sustainable Development Goals (SDG) bis 2030 auf die Fahne geschrieben. Dieses Ziel scheint aber, je näher das Ende dieses Jahrzehnts rückt, desto unrealistischer. Der Welthungerindex zeigt, dass die Zahl der von Hunger betroffenen Menschen seit 2017 von 572 Millionen auf 735 Millionen im letzten Jahr gestiegen ist; dies, nachdem der Hunger und die Armut über Jahrzehnte gesunken waren. Die internationalen Bestrebungen, die internationale Zusammenarbeit zur Reduktion von Hunger und Armut waren über Jahre erfolgreich. Aber über die letzten Jahre haben die weltweiten Krisen und damit auch der Bedarf an Unterstützung für die Ärmsten dieser Welt wieder zugenommen. Ich sage es Ihnen mit den Worten unseres Landsmanns und ehemaligen Sonderberichterstatters der UNO für das Recht auf Nahrung, Jean Ziegler: Ein Kind, das jetzt an Hunger stirbt, wird ermordet.

Wir haben es in der Hand, den Hunger auf der Welt bis Ende dieses Jahrzehnts zu beenden. Aber dafür braucht es gewaltige Anstrengungen der internationalen Staatengemeinschaft und insbesondere jener Länder, die es sich leisten können. Dazu gehört auch die Schweiz. Dieser Beitrag zur Reduktion von Hunger und Armut ist Ausdruck der Solidarität unseres Landes mit der Welt, aber er liegt eben auch in unserem Eigeninteresse. Eine stabile Welt, eine Welt ohne Armut ist eine Welt, in der es weniger Krisen und Kriege gibt. Gerade als Land, das gemäss den Bemessungen zum Spillover-Effekt sehr viel zum Elend dieser Welt beiträgt, das die nachhaltige Entwicklung verhindert, haben wir hier auch eine Verantwortung, das zu kompensieren.

Die Schweiz als reiches Land kann sich dieser Verantwortung nicht entziehen. Ich bitte Sie deshalb, die Beiträge der Schweiz für die internationale Zusammenarbeit deutlich zu erhöhen. Dass der Bedarf steigt, sagt ja auch der Bundesrat in seiner Antwort. [PAGE 235]