Wyss Sarah · Nationalrat · 2024-03-14
Wyss Sarah · Nationalrat · Basel-Stadt · Sozialdemokratische Fraktion · 2024-03-14
Wortprotokoll
Unzumutbare monatelange Wartelisten für die ADHS-Abklärung und ebenso lange Wartezeiten für die entsprechenden multimodalen Therapien - das ist momentan die Realität. Das ist ein unhaltbarer Zustand. Durch die langen Wartezeiten kommt es zu Folgeproblemen wie zusätzlichen gesundheitlichen Problemen, Depressionen, Angsterkrankungen oder Abhängigkeitserkrankungen. Auch kann der schulische Erfolg und das Abschliessen einer Ausbildung gefährdet sein. Studien belegen, dass bei Menschen mit einem unbehandelten ADHS auch Verkehrsunfälle oder Sportverletzungen öfters auftreten. So entsteht bei den betroffenen Personen und ihren Familien ein grosser Leidensdruck, und es trifft häufig bereits benachteiligte Bevölkerungsgruppen. Ein unbehandeltes ADHS führt dementsprechend zu höheren direkten und indirekten Gesundheitskosten.
Mit dem vorliegenden Postulat Feri Yvonne, welches ich übernommen habe und sehr gerne vertrete, soll die Versorgungssituation in sehr enger Absprache mit den Kantonen verbessert werden, damit Betroffene ohne lange Wartezeiten Zugang zu Diagnostik und Behandlung erhalten. Der Bundesrat schreibt in seiner Antwort selbst, dass die Versorgungssituation zurzeit grundsätzlich angespannt sei, und nimmt das Postulat an, obwohl die Versorgung grundsätzlich in der Zuständigkeit der Kantone liege. Für diese Annahme bin ich sehr dankbar, denn die Gesundheit und auch die Versorgung machen nicht halt vor Kantonsgrenzen. Es ist auch so, dass die Mobilität von Patientinnen und Patienten natürlich sehr hoch ist. Die aktuelle Situation - und das müsste uns, glaube ich, sehr grosse Besorgnis bereiten - ist nicht nur für die betroffenen Kinder und Jugendlichen unerträglich, sondern auch eine sehr grosse Belastung für die Eltern. Es besteht Handlungsbedarf.
Ich bitte Sie also auch im Namen von Yvonne Feri, diesem Vorstoss zuzustimmen.