Zopfi Mathias · Ständerat · 2024-05-28
Zopfi Mathias · Ständerat · Glarus · Grüne Fraktion · 2024-05-28
Wortprotokoll
Ich bin kein Spezialist, weder für Saatgut noch für Mikrokunststoffe, aber die Frage, die ich in meinem Postulat aufwerfe, kann man eigentlich mit gesundem Menschenverstand beantworten. Es ist doch störend oder geradezu absurd, dass mit Saatgut bewusst Mikroplastik in die Böden eingebracht wird. Den Landwirten ist das vielleicht nicht immer bewusst, aber den Saatgutherstellenden muss das bewusst sein.
Der Bundesrat schreibt zu dieser Problematik, man nehme an, dass 2 Prozent der insgesamt 160 Tonnen Kunststoff, die pro Jahr in die Böden eingebracht werden, Saatgut betreffen. Zuerst einmal: Diese 160 Tonnen sind ein gigantisches Problem, das wir angehen müssen. Landwirtschaftliche Böden sind die Grundlage unserer Ernährung und damit unseres Lebens. Lebensmittel wachsen bekanntlich nicht auf dem Migros-Gestell. Jetzt kann man sagen: Ja, 2 Prozent davon, das sind drei Tonnen, das ist ein kleiner Teil dieser Problematik. Ich würde sagen: Es sind nur drei Tonnen, aber immerhin drei Tonnen. Ist es wegen dreier Tonnen nicht nötig zu handeln? [PAGE 302]
Auch der längste Marsch besteht aus vielen kleinen Schritten. Wenn es darum geht, die Gefährdung der Organismen in den Böden, die Verseuchung des Wassers usw. - Sie haben meine Postulatsbegründung gelesen - zu vermeiden, wenn es darum geht, letztlich die Produktivität der Böden zu erhalten und zu schützen, dann sind eigentlich auch diese 2 Prozent ein Anteil, den man angehen sollte und den man angehen könnte, vor allem, weil diese 2 Prozent oder diese drei Tonnen eben mit absoluter Bewusstheit in die Böden eingebracht werden.
Der Bundesrat, und das nehme ich zur Kenntnis, will die entsprechende Verordnung immerhin prüfen und 2025 eine Vorlage dazu bringen. In diesem Kontext scheint es mir doch vertretbar, die 2 Prozent in diese Prüfung mit einzubeziehen. Ich bin nicht der Meinung, dass man zwingend immer direkt die Regeln der EU übernehmen sollte, sondern dass man angepasste und auf unser Land zugeschnittene Regelungen finden muss. Der Bundesrat überzeugt mich aber insofern, als ich ihm glaube und ihm abnehme, dass er diese Frage ernsthaft angeht und eine Vorlage bringen wird, in der man auch das Thema, das ich mit meinem Postulat aufwerfe - eben diese 2 Prozent der Gesamtproblematik -, integrieren kann.
Frau Präsidentin, nach Kenntnisnahme der Stellungnahme des Bundesrates ziehe ich deshalb mein Postulat hiermit zurück.