Rösti Albert · Bundesrat · 2024-06-12
Rösti Albert · Bundesrat · Bern · 2024-06-12
Wortprotokoll
Der Motionär möchte zum einen die nötigen gesetzlichen Grundlagen schaffen, damit die Anzahl an Wölfen in der Schweiz deutlich reduziert werden kann. Zum andern schlägt er das Ausscheiden wolfsfreier Zonen vor, dies insbesondere in Gebieten, in denen Nutztiere nicht geschützt werden können. Sie wissen - ich glaube, da braucht es bei mir keine Überzeugungsarbeit -, dass ich für die Alpwirtschaft einstehe und dass mir dort gerade das Nebeneinander der Artenvielfalt und der Nutzung unserer Alpen sehr wichtig ist.
Im Dezember 2022 hat das Parlament ja das revidierte Jagdgesetz verabschiedet. Basierend darauf hat der Bundesrat die nötigen Massnahmen für eine proaktive Regulierung des Wolfes getroffen. Wir haben dies letztes Jahr erstmals angewendet, und so konnte auch eine erste Reduktion des Wolfsbestandes ermöglicht werden. Wir hatten jetzt die Revision der Jagdverordnung in der Vernehmlassung. Die neue Verordnung soll per 1.[NB]Februar 2025 in Kraft treten. Wir werden hier die verschiedenen Meinungen anschauen. Aber für diesen Herbst und Winter - September bis Ende Januar - kann erneut, wie das letztes Jahr der Fall war, proaktiv, also vorsorglich, reguliert werden, wenn Wolfsrudel für Menschen oder Tiere eine Gefahr darstellen, sich also in der Nähe von Siedlungen aufhalten und entsprechende Kriterien erfüllen. Deshalb meine ich, dass dem ersten Teil der Motion hier entsprechend Rechnung getragen wurde und dies auch in nächster Zeit getan wird. In einem zweiten Schritt werden wir dann, wie gesagt, gestützt auf die Vernehmlassung die neue Verordnung in Kraft setzen.
Hingegen ist der Bundesrat der Auffassung, dass wolfsfreie Zonen kaum durchsetzbar sind, dies auch aufgrund der weitläufigen Bewegung dieser Wolfsrudel, die sich vielfach über ganze Kompartimente oder ganze Regionen hinweg bewegen. Eine Durchsetzung wolfsfreier Zonen würde einen massiven Aufwand, auch beim Personal, verursachen.
Deshalb beantragt Ihnen der Bundesrat die Ablehnung der Motion.