Rösti Albert · Bundesrat · 2024-09-09
Rösti Albert · Bundesrat · Bern · 2024-09-09
Wortprotokoll
Geschätzte Frau Ständerätin Z'graggen, Ihrem letzten Satz stimmen ich und sicher auch meine Leute im BAZL zu hundert Prozent zu. Bei allfälligen Zweifeln kann vielleicht auch ein direktes Gespräch - Vizedirektor Fritz Messerli ist hier - noch weiterhelfen. Die Antworten sind aber eigentlich schon relativ klar und auf Sicherheit fokussiert. Auch für uns ist klar: Bei der Sicherheit darf es keine Abstriche geben.
Es ist so, dass die Helikopterausbildung, wie Sie es gesagt haben, auf europäischen Standards basiert und damit die länderspezifischen Gegebenheiten nicht vollständig abdeckt. Aber genau deshalb gibt es ja die nationale Zusatzausbildung für die Helikopterfliegerei im Gebirge. Ich glaube, es ist zentral, dass wir hier eine eigene Ausbildung haben und dass letztlich Flugschulen und Flugbetriebe die notwendigen Elemente für den Helikopterbetrieb in den Alpen in ihrem Trainingsprogramm vollständig abbilden.
Bis Mitte August gab es in diesem Jahr sieben Unfälle mit in der Schweiz immatrikulierten Helikoptern. Bei einem dieser Unfälle kamen bedauerlicherweise drei Personen ums Leben. Die Sust untersucht diese Unfälle derzeit. Basierend auf den aktuell zur Verfügung stehenden Informationen erkennt das BAZL kein Muster bei den möglichen Ursachen für die Unfälle. Es ist demnach gemäss unseren heutigen Kenntnissen - wir verfügen noch nicht über den Bericht der Sust - nicht davon auszugehen, dass diese Unfälle auf systematische Schwachstellen zurückzuführen sind.
Es ist so, dass sich diese Helikopterpiloten gemäss der in früheren Jahren bestehenden Ausbildung ausbilden liessen, nicht gemäss der jetzt teilweise geänderten Ausbildung. Vor diesem Hintergrund sehen wir zumindest kein systematisches Problem. Aber wir müssen natürlich die Berichte dann auch entsprechend genau analysieren.
Die Übernahme der Easa-Regularien ergibt sich aus dem Luftverkehrsabkommen mit der EU. Dieses Abkommen sichert den Marktzugang für die Schweizer Betriebe und trägt damit auch zur wirtschaftlichen Entwicklung der Luftfahrt bei. Wir erachten die Anforderungen im Bereich der Sicherheit zwar als hoch, aber auch als notwendig und vertretbar.
Es gab in den letzten fünf Jahren durchschnittlich rund vier Helikopterunfälle pro Jahr. In keinem dieser Jahre - das ist richtig - gab es so viele Helikopterunfälle wie in diesem Jahr. Das Maximum markierte vorher das Jahr 2021 mit sechs Unfällen. Wir können, wenn wir diese Zahlen anschauen, zwar von einer deutlichen Schwankung, aber nicht von einer Zunahme sprechen. Im letzten Jahr gab es nur drei Unfälle. Aber es ist klar, jeder Unfall ist einer zu viel. Wir werden das ernsthaft weiterverfolgen und auch die Untersuchungsberichte genau anschauen.