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Wismer-Felder Priska · Nationalrat · 2024-09-11

Wismer-Felder Priska · Nationalrat · Luzern · Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP. · 2024-09-11

Wortprotokoll

Wir alle in diesem Raum - ausnahmslos alle, davon bin ich überzeugt - würden uns wünschen, dass es diese Motionen gar nicht braucht oder nicht gebraucht hätte. Die schmerzhaften Erfahrungen der letzten Jahre und Monate haben uns aber leider eines anderen belehrt. Handeln ist angezeigt.

Noch immer gibt es Fälle von Missbrauch an Kindern. Sobald so etwas publik wird, reiben wir uns die Augen, suchen Schuldige, schieben die Verantwortung hin und her und fragen uns: Wie konnte es so weit kommen? Ich wünschte mir, dass wir uns diese Frage nicht mehr stellen müssten. Ich wünschte mir, aufwachen zu können in der Gewissheit, dass wir alles getan haben, was in unseren Händen liegt, um Missbrauch zu verhindern.

Ich bin fünffache Mutter und in der Zwischenzeit sechsfache Grossmutter. Unsere Kinder und Grosskinder sind in Vereinen aktiv und haben so wichtige und extrem wertvolle Erfahrungen gesammelt und Fähigkeiten erworben, wie man es eben nur in Vereinen tun kann. Dafür und für die hervorragende Arbeit, die geleistet wird, bin ich - und Sie alle sicher auch - enorm dankbar. Ich wünsche mir, dass möglichst viele Kinder und Jugendliche die Gelegenheit erhalten, solche positiven und unbeschwerten Erfahrungen machen zu können. Aber eben: "Sicher" und "unbeschwert" sind die entscheidenden Stichworte. Und dafür müssen wir alles tun.

Wir haben die Chance und in meinen Augen sogar die Pflicht, auch auf Bundesebene Vorgaben zu schaffen, damit Missbräuche nicht passieren können. Mit diesen Motionen werden verbindliche Konzepte gefordert im Wissen darum, dass nicht das Papier einen Wert hat, auf dem das Konzept steht und gedruckt ist, sondern dass der wahre Wert bei den Prozessen, der Auseinandersetzung damit und natürlich der Umsetzung liegt. Damit kann viel Leid erspart werden. Ganz wichtig ist, und das wurde auch schon erwähnt: Mit dieser Forderung will man nicht die Vereine in ihrer wichtigen und wertvollen Arbeit behindern, sie zu unnötiger Arbeit zwingen oder ihre Arbeit erschweren. Es gibt heute schon Schutzkonzepte, an die sich die Verantwortlichen anlehnen können. Sie leisten Hilfe dabei, dass die Forderung, die wir stellen, für die vielen ehrenamtlichen Vereine nicht zu einer Überforderung wird.

Der Bundesrat argumentiert, dass unsere Forderung in gewissen Bereichen Kantonsaufgabe ist und dass in anderen Bereichen die Verfassungsgrundlage nicht vorhanden ist. [PAGE 1463] Das mag korrekt sein. Es hilft den betroffenen Gruppen aber nichts, wenn je nach Tempo oder Umsetzungswillen in den Kantonen eben Versäumnisse passieren. Ein Schutzkonzept zu fordern, das dient dem Anliegen. Denn der Schutz der Kinder und Jugendlichen hat oberste Priorität und ist ein dringendes Anliegen. Es herrscht eine Nulltoleranz. Lassen Sie uns doch bitte alles dafür tun.

Ich bitte Sie, unterstützen Sie das Postulat und diese Motionen, die genau das fordern.