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Cassis Ignazio · Bundesrat · 2024-09-17

Cassis Ignazio · Bundesrat · Tessin · 2024-09-17

Wortprotokoll

Als der Bundesrat Ihnen die Botschaft zum UNO-Migrationspakt im Februar 2021 überwiesen und damit den Auftrag des Parlamentes aus dem Jahr 2018 erfüllt hat, war die Welt wahrlich eine andere. Das war vor sechs Jahren. Geblieben sind heute die anhaltend hohen Migrationsbewegungen in Richtung Westeuropa, wobei seit 2022 aufgrund des Krieges die Fluchtbewegungen aus der Ukraine hinzugekommen sind, inklusive gezielter Versuche, mittels gesteuerter irregulärer Migrationsbewegungen Europa zu destabilisieren.

Das Thema Migration hat somit an Bedeutung noch zugenommen, auch als direkte oder indirekte Nebenwirkung von Kriegen. Die jüngsten Diskussionen in den Nachbarländern zeigen, dass vermehrt auf eigenständige Massnahmen und Grenzschutz gesetzt wird. So viel zu den Fakten und zu dem, was wir beobachten.

Eigenständige Massnahmen stehen dem Migrationspakt aber nicht entgegen. Artikel 15 bekräftigt die nationale Souveränität der Staaten in der Ausgestaltung ihrer Migrationspolitik. Eigenständige Massnahmen zeigen aber auch die Grenzen des Migrationspaktes auf. Der UNO-Migrationspakt ist kein Instrument für die Krisenbewältigung. Die von den Krisen der letzten paar Jahre verursachten starken Migrationsströme aus der Ukraine, Afghanistan und Nordafrika wurden vom Pakt kaum beeinflusst. Vielmehr ist der Migrationspakt ein Referenzrahmen, der ein gemeinsames Verständnis für die Migration schafft. So unterscheidet der UNO-Pakt zwischen regulärer und irregulärer Migration, wobei die Verringerung irregulärer, ungeordneter und unsicherer Migration sein oberstes Ziel ist. Der Pakt betont auch den Grundsatz der geteilten Verantwortung bei der Zusammenarbeit zwischen Herkunfts-, Transit- und Zielländern.

Le Pacte mondial des Nations Unies sur les migrations n'est pas un traité de droit international avec force juridique contraignante, comme vous l'avez bien évoqué précédemment. Ceci explique en partie le fait qu'aucun des Etats ayant adhéré au pacte lors des derniers 5 ans ne s'est jusqu'à présent senti obligé d'adapter sa législation nationale. L'adhésion au pacte n'entraîne automatiquement ni obligation financière ni besoin d'agir sur le plan de la politique intérieure. Malgré la nature juridiquement non contraignante - c'est du "soft law" -, le pacte a soulevé en Suisse beaucoup de[NB]questions[NB]en[NB]matière[NB]de[NB]faire face à un nombre croissant de normes de "soft law". Il y a un élément de politique démocratique dont le Conseil fédéral reconnaît la pertinence, car, tout en étant juridiquement non contraignant, le pacte engage la Suisse politiquement.

Quel est le bilan du Pacte mondial sur les migrations? Ayant été adopté en décembre 2018 par l'Assemblée générale de l'ONU, le pacte n'a depuis pas vraiment eu d'impact sur les flux migratoires, mais il a favorisé le dialogue entre les pays d'immigration et les pays d'émigration à la recherche de solutions communes.

Gemäss dem Zusatzbericht der Verwaltung vom 23.[NB]Dezember haben mehrere westliche Zielländer zu Protokoll gegeben, dass sie basierend auf dem UNO-Migrationspakt Anknüpfungspunkte mit Ländern, mit denen sich die Migrationszusammenarbeit schwierig gestaltet, herstellen konnten. Andere westliche Länder nutzen den Migrationspakt, um die multilateralen Diskussionen über die globale Migrationssteuerung gezielt mitzuprägen, wie hier bereits dargelegt wurde. Auch hat sich in den Herkunftsländern basierend auf dem Migrationspakt namentlich die Datenlage zur Migration verbessert.

Natürlich können wir auch ohne Zustimmung zum Migrationspakt mit Herkunftsländern sprechen. Aber es geht auch um Glaubwürdigkeit, wenn wir etwa mit Staaten wie Marokko, Sri Lanka oder Tunesien, die für unsere Migrationsaussenpolitik wichtig sind, zusammenarbeiten. Diese Länder haben dem Migrationspakt namentlich zugestimmt und bekennen sich zum Beispiel mit Ziel 21 des Paktes dazu, ihre Staatsangehörigen wieder aufzunehmen.

Vous le voyez: le pacte n'est pas un remède universel pour les grands défis de la migration. Mais il peut aider, notamment en développant un langage commun qui améliore la coopération avec les pays d'origine des migrants. Même si le thème du pacte mondial de l'ONU n'est plus au centre de l'attention politique, le Conseil fédéral continue de le considérer comme un instrument international utile pour améliorer l'efficacité des dispositifs nationaux de gestion de la migration.