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Knutti Thomas · Nationalrat · 2024-09-26

Knutti Thomas · Nationalrat · Bern · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2024-09-26

Wortprotokoll

Als Präsident der IG Anbindestall vertrete ich die Meinung, dass der Anbindestall und der Laufstall genügend Platz und somit beide Aufstallungssysteme ihre Berechtigung haben. Für die Schweizer Landwirtschaft mit Betrieben im Flachland und im steilen Berggebiet, mit Kühen ohne Hörner und mit Hörnern ist es nur von Vorteil, dass es möglichst viele Aufstallungssysteme gibt. Nur so ist es nämlich möglich, dass jeder Tierhalter das Beste für seine Tiere machen kann und es für seine Tiere auch stimmt. Wichtig ist, dass wir in diesen politischen Auseinandersetzungen zusammenstehen.

Heute leben immer noch rund 42 Prozent der Kühe in Anbindeställen, und es gilt, zwei Dinge zu klären: Auf der einen Seite haben wir Grossbetriebe für die Milchproduktion, wo ein Laufstall für eine wirtschaftlich effiziente Produktion nicht wegzudenken ist. Auf der anderen Seite haben wir viele kleinere Betriebe, wo Anbindeställe durchaus Sinn machen, da diese einen geringeren Landverschleiss verursachen.

Wo macht es Sinn, einen Anbindestall zu bauen? Dort, wo die Topografie schwierig ist und enge Platzverhältnisse herrschen. Die Kosten können beim Bau eines Anbindestalls tief gehalten werden. Auch Mehrstufenbetriebe im Berggebiet mit Alpbetrieben sind ein Grund dafür, einen Anbindestall zu bauen. Anbindeställe sind also platzsparend und vor allem auch Familiensysteme. Das Ergebnis von optimierten Anbindeställen sind oft finanzielle Veränderungen, Tierwohlveränderungen und psychologische Veränderungen beim Landwirt.

Mit dieser Motion möchten wir, dass das genannte Aufstallungssystem verbessert werden kann und sich gleichzeitig mehr Betriebe für ein tierschutzkonformes Tierwohl im Anbindestall entscheiden. Das ist der entscheidende Punkt. Für unsere Organisation ist es von sehr grosser Wichtigkeit, dass das Tierwohl für die Kühe laufend verbessert werden kann und sich die Tiere in der Anbindehaltung wohlfühlen. Das Bedürfnis einer Kuh ist es, gesund zu liegen und zu fressen. Eine Kuh muss 14 Stunden pro Tag liegen. Sie ist also gesund, wenn sie genug liegen kann und hierfür ein gutes Liegebett aus Stroh in der Anbindung hat. Wir versuchen, die sechs Freiheiten der Weide mit in den Stall zu nehmen; es sind dies Raum, Futter, Wasser, Luft, Licht und Ruhe. Dies fordern die Betriebsleiter, und es ist nicht ganz einfach umzusetzen.

Die Rindviehhaltung, egal mit welchem Stallsystem, ist für Landwirtinnen und Landwirte von grosser Bedeutung. Wir brauchen kein weiteres komplexes Direktzahlungssystem, sondern ein einfaches Anreizsystem, damit wir das Tierwohl im Anbindestall massiv verbessern können. Dann hätte nämlich auch der Anbindestall wieder vermehrt seine Daseinsberechtigung.

Aus diesen Gründen bitte ich Sie, meine Motion zu unterstützen.