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Rumy Farah · Nationalrat · 2024-09-26

Rumy Farah · Nationalrat · Solothurn · Sozialdemokratische Fraktion · 2024-09-26

Wortprotokoll

Influencer sind Vorbilder für viele, vor allem junge Menschen und haben einen grossen Einfluss auf deren Entscheidungen, sei es im Bereich Mode, Fitness oder beim Konsum von Produkten wie Entschlackungstees, Nahrungsergänzungsmitteln oder Tabakprodukten. Im Gegensatz zu Prominenten weisen Influencer eine gewisse Nähe zu ihren Followern auf. Sie sind sozusagen wie eine Freundin. Das Problem ist, dass sie häufig beispielsweise unrealistische Schönheitsideale und Körperbilder verbreiten, die bei Kindern und Jugendlichen grossen psychischen Druck erzeugen können.

Viele Jugendliche gehen davon aus, dass ihre Idole in sozialen Netzwerken Produkte aus reiner Begeisterung und persönlicher Überzeugung bewerben. Sie wissen oft nicht, dass diese Influencer in Wirklichkeit dafür bezahlt werden, diese Produkte zu bewerben, was die Verbraucher oft in die Irre führt. Eine EU-Studie zeigt, dass 97 Prozent der Influencer kommerzielle Inhalte veröffentlichen, aber nur 20 Prozent von ihnen ihre Partnerschaften transparent angeben. Der Algorithmus der sozialen Medien verstärkt dies, indem er nach jeder View, nach jedem Like und nach jedem gespeicherten Post noch mehr mit diesem Inhalt zeigt. Die Gefahr besteht, dass dies das Suchtpotenzial steigert, zu Essstörungen, geringem Selbstwertgefühl und in extremen Fällen auch zu Depressionen führt. Die Verbraucher sollten[NB]nicht[NB]durch[NB]versteckte[NB]Werbung getäuscht werden, insbesondere wenn die Zielgruppe sehr jung und leicht beeinflussbar ist.

Die aktuelle Situation zeigt deutlich, dass Handlungsbedarf besteht. Die Selbstregulierung hat zwar zur Professionalisierung der Branche beigetragen, doch nun sind klare und verbindliche Regeln erforderlich, um Transparenz und Rechtssicherheit zu gewährleisten. Häufig wird Werbung nur oberflächlich und unzureichend gekennzeichnet, zum Beispiel durch den einfachen Hashtag Werbung. Dies ist für die Verbraucher jedoch oft nicht klar genug und reicht nicht aus, um kommerzielle Absichten eindeutig zu identifizieren. Die neue französische Gesetzgebung bietet ein Beispiel dafür, wie diese Forderung umgesetzt werden könnte.

Konkret muss eine gesetzliche Grundlage geschaffen werden, die Influencer dazu verpflichtet, Werbung klar zu deklarieren und der mangelnden Transparenz entgegenzuwirken. Aus politischer Sicht ist es problematisch, dass dieser Mangel an Transparenz besonders Kinder und Jugendliche, also eine leicht beeinflussbare Zielgruppe, betrifft. Es braucht verbindliche gesetzliche Regeln, die sicherstellen, dass diese Menschen nicht irregeführt werden.

Viele Influencer kommen ihrer Offenlegungspflicht nicht oder nur unzureichend nach. Die Branche selbst befürwortet eine gesetzlich verankerte Pflicht für die Deklaration von Werbung. So kann sichergestellt werden, dass die Verbraucher nicht oder nur teilweise beeinflusst werden und dass insbesondere der digitale Bereich denselben Transparenzstandards unterliegt wie die traditionellen Medien.

Darüber hinaus müssen auch die Unternehmen, die hinter diesen Werbepartnerschaften stehen, stärker in die Verantwortung genommen werden. Sie sollten sicherstellen, dass ihre Werbung regelkonform und transparent ist. Es braucht viele Schutzmechanismen, um junge Menschen im digitalen [PAGE 1941] Bereich vor irreführender Werbung und potenziell gefährlichen Produkten zu schützen. Hier steht die Werbebranche in der Pflicht, verantwortungsvoll zu handeln.

Ich danke Ihnen, wenn Sie meine Motion unterstützen.