Lexipedia

Schaffner Barbara · Nationalrat · 2024-09-26

Schaffner Barbara · Nationalrat · Zürich · Grünliberale Fraktion · 2024-09-26

Wortprotokoll

Wasserstoffstrategie, Wasserstoffpipeline, Wasserstoff-LKW: Wasserstoff ist in aller Munde. Wasserstoff wird oft als Treib- und Brennstoff der Zukunft gesehen. Es ist gut möglich, dass Wasserstoff dieser Favoritenrolle gerecht werden wird. Die Herstellung ist relativ einfach, und die Umwandlungsverluste sind zwar beträchtlich, aber immer noch kleiner als bei der Herstellung von anderen synthetischen Energieträgern.

Ich bin überzeugt, dass Wasserstoff in unserem zukünftigen Energiesystem eine Rolle spielen wird, aber vielleicht nicht in der Rolle als Endanwendung, sondern als Ausgangsstoff. Wovon ich weniger überzeugt bin, ist, ob Wasserstoff das geeignete Medium für den Energietransport, die Energiespeicherung und beim Endverbraucher ist. Zu diesem Zweck weist Wasserstoff nicht die optimalen Eigenschaften auf: Er ist gasförmig, sehr flüchtig und hat eine tiefe Energiedichte. Er ist weniger einfach zu handhaben als das Methan-Molekül, das wir als Erdgas kennen. Noch viel einfacher ginge es aber mit flüssigen Energieträgern. Hier setzt mein Postulat an.

Der einfachste flüssige Energieträger ist Methanol. Methanol kann aus Wasserstoff und CO2 hergestellt werden. Die Handhabung von Methanol ist vergleichbar mit Benzin und Diesel. Es ist bei Raumtemperatur und Umgebungsdruck flüssig, somit ohne Energieaufwand praktisch unendlich zu lagern und leicht in den bestehenden Strukturen zu transportieren. Das sind Eigenschaften, die, je nach Anwendungsfall, einen höheren Energieaufwand bei der Produktion kompensieren können.

Methanol und auch andere synthetisch hergestellte Energieträger, unter anderem die sogenannten SAF, also synthetische Flugtreibstoffe, haben eine faire Chance im Wettbewerb um die Energieträger der Zukunft verdient. "Faire Chance" heisst für mich insbesondere: keine Benachteiligungen gegenüber vergleichbaren fossilen Energieträgern wie Benzin, Diesel und Heizöl.

In meinem Postulat bitte ich den Bundesrat, zu identifizieren, wo solche Hürden und Benachteiligungen bestehen, und diese möglichst zu beseitigen. Dazu habe ich einige Beispiele aufgeführt. Leider hat es sich als vorgelagerte Hürde erwiesen, dass der Bundesrat überhaupt anerkennt, dass es Hürden gibt. So habe ich zwei der Themen, mit denen sich die Branche herumschlägt, aus dem Postulat herausgenommen und als Motionen eingereicht. Die Forderung nach einer Anpassung der Mineralölsteuer auf Basis des Energieinhalts in der Motion 23.3783 haben Sie in der Frühjahrssession unterstützt. Eine weitere Motion 23.4269, die sich mit den ungleich langen Spiessen bei der Handhabung und Lagerung von Methanol im Vergleich mit den etablierten fossilen Energieträgern befasst, ist noch pendent.

Der Bundesrat schreibt dazu, dass sich langsam Fortschritte ergeben. Es kann also sein, dass sich - auch im Rahmen der Bearbeitung dieses Postulates - weitere Fortschritte ergeben, die dann den Rückzug jener Motion erlauben würden. So weit sind wir aber noch nicht.

Ein letzter Themenkreis, den ich in diesem Postulat anspreche, dreht sich um finanzielle Aspekte. Es ist zwar richtig, dass sowohl die VOC-Abgabe wie auch die Mineralölsteuer zurückerstattet werden, wenn das Methanol später als Brenn- und Treibstoff verbraucht wird. Die Prozesse sind aber administrativ sehr aufwendig und für kleinere Endverbraucher, insbesondere für Privatpersonen, kaum praktikabel. Hinzu kommt, dass bis zum Nachweis des Verbrennungsprozesses und der Rückerstattung viel Kapital gebunden ist. Dieser Kapitalbetrag kann ein Mehrfaches des eigentlichen Warenwertes ausmachen.

Parfois, il n'est pas nécessaire d'obtenir des subventions pour aider les nouvelles technologies à prendre un bon départ.

A volte è utile rimuovere gli ostacoli. Oggi avete l'opportunità di fare proprio questo. Vi ringrazio per il vostro sostegno!

Grazia fitg.