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Aebischer Matthias · Nationalrat · 2024-12-09

Aebischer Matthias · Nationalrat · Bern · Sozialdemokratische Fraktion · 2024-12-09

Wortprotokoll

Die vorliegende Motion der ständerätlichen Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur zur Frauenfussball-Europameisterschaft 2025 wurde in der Frühjahrssession vom Ständerat angenommen und liegt nun bei uns. Wir hätten sie eigentlich im Sommer und dann im Herbst behandeln wollen und sollen, tun das aber erst jetzt und kommen ein bisschen wie die alte Fasnacht hinterher. Denn die Gelder sind ja bereits gesprochen. Zurückziehen kann man eine Motion der Schwesterkommission nicht.

Wir müssen also noch etwas bestätigen, das wir schon erledigt haben, das heisst: Für Projekte, welche den Frauen- und Mädchenfussball in der Schweiz fördern, sollen 5 Millionen Franken bereitgestellt werden, 4 Millionen davon plafonderhöhend. 1 Million wird bei der Sportförderung kompensiert. Je 5 Millionen sollen für das Kombiticket und für die Kommunikation im Tourismussektor bereitgestellt werden, wovon auch hier in beiden Bereichen - konkret im Bundesamt für Verkehr und im SECO - je 1 Million kompensiert werden muss.

Ich möchte trotzdem noch einige Worte zum Inhalt der Motion sagen. Keine andere Sportart ist in der Schweiz so im Aufwind wie der Mädchen- und Frauenfussball. 42[NB]000 Mädchen und Frauen besitzen aktuell eine Fussballlizenz, das sind viermal so viele wie noch vor zwanzig Jahren. In der Schweiz werden im nächsten Jahr insgesamt eine Million Zuschauerinnen in den Stadien erwartet. Am Fernsehen werden weltweit eine halbe Milliarde Leute die Frauenfussball-Europameisterschaft in der Schweiz mitverfolgen. Das bedeutet Werbung für die Schweiz, den Frauenfussball, die Volksgesundheit, die Integration. Es läuft: Der Frauenfussball reitet die Welle, und sie ist gross.

Das hat auch der Bundesrat erkannt. Die Bundespräsidentin und Sportministerin lässt sich in einem Mediencommuniqué mit den Sätzen zitieren: "Diese EM ist eine grosse Chance für die Schweiz und für die Weiterentwicklung des Frauen- und Mädchenfussballs. Ich freue mich auf das Fussballfest in unserem Land!"

Doch mehr als warme Worte kamen vom Bundesrat dann nicht. Er wollte für die Frauenfussball-Europameisterschaft kein Geld sprechen respektive nur 4 Millionen Franken, welche aber dann bei anderen Sportförderprogrammen hätten abgezwackt werden sollen. Das hat das Parlament im Budgetprozess und im Nachtrag 2024 nun korrigiert. Möglicherweise entspricht dies ja auch eher den Vorstellungen der Sportministerin. Sie hat die Mehrheitsmeinung des Bundesrates in der Öffentlichkeit und im Ständerat eisern vertreten.

Wenn wir dieser Motion zustimmen, passt das dann auch zum Zitat der Medienmitteilung des Bundesrates, wonach die Frauenfussball-Europameisterschaft eine grosse Chance ist. Die Kommissionsmehrheit bittet Sie, das zu tun. Die Annahme ist eine logische Folge unserer Finanzentscheide. Mit der Bereitstellung der Gelder ist auch die Forderung der Petition Akanji Sarah erfüllt.