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Riniker Maja · Nationalrat · 2025-03-03

Riniker Maja · Nationalrat · Aargau · FDP-Liberale Fraktion · 2025-03-03

Wortprotokoll

Wir verabschieden heute zwei Ratsmitglieder, die ihre Sitzungen in Zukunft im Erlacherhof in der Berner Altstadt, geografisch nicht weit vom Bundeshaus entfernt, abhalten werden. Melanie Mettler und Matthias Aebischer wurden im Herbst 2024 in den Berner Gemeinderat gewählt und treten nun aus dem Nationalrat zurück, um sich dieser neuen Aufgabe zu widmen.

Wir verabschieden uns also von Kollegin Melanie Mettler. Die Urbernerin, die im Berner Salem-Spital zur Welt kam und einen Grossteil ihres Lebens in Bern und Umgebung verbrachte, startete ihre politische Karriere im Jahr 2013 mit der Wahl in den Berner Stadtrat, wo sie später auch Fraktionspräsidentin der GLP wurde. 2019 wurde Melanie Mettler in den Nationalrat gewählt und gehörte der Grünliberalen Fraktion der Bundesversammlung an. Anfang 2021 wurde sie zur Vizepräsidentin der GLP Schweiz gewählt. Ihre berufliche Laufbahn begann sie während des Studiums und des Doktorats als Assistentin und Dozentin an der Universität Bern und am World Trade Institute. 2015 promovierte sie an der Universität Bern im Fach Moderne englische Literatur. Im gleichen Jahr gründete sie mit Gleichgesinnten das Solar-Crowdfunding-Projekt Sunraising, das sie bis 2018 als Cogeschäftsführerin leitete. Anschliessend war sie als Geschäftsführerin des Vereins Compasso tätig, der die berufliche Arbeitsintegration respektive die Eingliederung in den ersten Arbeitsmarkt aktiv fördert. Zuletzt arbeitete sie als Nachhaltigkeitsberaterin im Bereich der Unternehmensberatung.

Im Bundeshaus arbeitete Melanie Mettler von 2019 bis heute aktiv in der SGK, von 2021 bis 2023 in der SiK und von 2023 bis heute in der Legislaturplanungskommission des Nationalrates mit. Zudem engagierte sie sich stark in vielen verschiedenen parlamentarischen Gruppen, unter anderem als Präsidentin der parlamentarischen Gruppe Frauen.

Ein besonderes Anliegen war ihr die Sozial- und Gesundheitspolitik. Hier konnte sie sich im Bundeshaus beispielsweise als Spezialistin für die Sanierung der Sozialwerke, wie AHV und BVG, oder für die Arbeiten zum Covid-Gesetz profilieren. Auch Kritiker bescheinigen Mettler Intelligenz und Fleiss sowie den starken Willen, über die Parteigrenzen hinweg nach mehrheitsfähigen und umsetzbaren Lösungen zu suchen und als Brückenbauerin zu wirken. [PAGE 29]

Nun tritt Melanie Mettler als Nationalrätin zurück, nachdem sie als erste Grünliberale überhaupt am 24.[NB]November 2024 in die Stadtberner Regierung gewählt worden ist. Sie sagt, der Nationalrat habe ihr viel Spass gemacht und sie habe es sehr genossen, sich mit Leuten auszutauschen, mit denen sie sonst privat eher keine gemeinsame Gesprächsebene gefunden hätte. Der Austausch ausserhalb der eigenen Bubble war für sie enorm wichtig. Wie Melanie Mettler es in ihrem Rücktrittsschreiben selber treffend formuliert hat, wird dieser interessante Austausch hoffentlich weitergehen: "Als Mitglied der Regierung der Stadt Bern darf ich ja auch ein bisschen Gastgeberin für das nationale Parlament sein und hoffe, dass sich künftig unsere Wege wieder kreuzen."

Wir danken unserer lieben Kollegin Melanie Mettler für das grosse Engagement innerhalb und ausserhalb unseres Rates und wünschen ihr für ihre neue Herausforderung in der Regierung der Bundesstadt Bern, aber auch privat alles Gute. Zudem hoffen wir, dass sie auch in Zukunft noch etwas Zeit findet, spannende Fantasy-Romane zu lesen. Alles Gute, Melanie! (Stehende Ovation; die Präsidentin überreicht Frau Mettler einen Blumenstrauss)

Jetzt verabschieden wir uns von Kollege Matthias Aebischer. Matthias Aebischer ist seit 2011 Mitglied unseres Rates und der Sozialdemokratischen Fraktion. Als politischer Quereinsteiger wurde der ehemalige Lehrer, Journalist und Fernsehmoderator damals im ersten Anlauf in den Nationalrat gewählt. Als Kind von Eltern, die in der Berner Gemeinde Schwarzenburg für die SP politisierten, kam Matthias Aebischer aber schon früh mit der Politik in Berührung und fühlte sich den Anliegen der SP verbunden. Im Bundeshaus arbeitete Nationalrat Aebischer aktiv in verschiedenen Kommissionen mit, insbesondere in der Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur, und das seit 2011 mit nur einem Jahr Unterbruch bis heute, in der Gerichtskommission ohne Unterbruch seit 2011 und in der Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen von 2018 bis 2023. Von 2013 bis 2015 war er zudem auch Präsident der WBK und von 2021 bis 2023 Präsident der Gerichtskommission.

Generell interessiert sich Matthias Aebischer für sehr viele verschiedene Themen, was sich auch in seiner Mitgliedschaft in über fünfzig parlamentarischen Gruppen gut aufzeigen lässt. (Heiterkeit) Besonders am Herzen liegen ihm die Verkehrspolitik, auch als Präsident von Pro Velo Schweiz, die Bildungs- und Familienpolitik sowie die Sport-, Medien- und Kulturpolitik, auch als Präsident von Cinésuisse. Für die entsprechenden Anliegen setzte sich Matthias Aebischer konsequent und unermüdlich ein und konnte auch Erfolge feiern. So gilt er zum Beispiel als einer der Architekten des neuen Filmgesetzes oder der Velo-Initiative bzw. des angenommenen Gegenvorschlags. Eine von ihm 2017 eingereichte parlamentarische Initiative zum Thema Chancengerechtigkeit vor dem Kindergartenalter wurde von den Räten zwar[NB]schliesslich abgelehnt, aber nur, weil das Anliegen dieser parlamentarischen Initiative in einem anderen Entwurf der WBK-N für ein Bundesgesetz über die Unterstützung der familienergänzenden Kinderbetreuung und der Kantone in ihrer Politik der frühen Förderung von Kindern aufgenommen wurde.

Mitglieder anderer Parteien sprechen nur positiv über den Sympathieträger, für den Glaubwürdigkeit das Wichtigste ist. Er möchte jemand sein, der mit beiden Füssen auf dem Boden steht, nahe bei den Leuten ist und langfristig und visionär denkt. Schliesslich war Matthias Aebischer beim FC Nationalrat der zentrale Taktgeber im Mittelfeld der Mannschaft, auch wenn er heute nach eigener Aussage nicht mehr ganz so jung und knackig ist wie früher und nach jedem Spiel froh ist, wenn noch alles ganz ist.

Gemächlicher, aber nicht weniger anspruchsvoll geht es beim Parlamentsjassturnier zu, welches Matthias Aebischer während sechs Jahren organisierte. Ja, nun tritt auch er zurück - nach dreizehn Jahren und in der vierten Legislatur als Nationalrat ist es leider zu Ende. Er wurde am 24.[NB]November 2024 in die Berner Stadtregierung gewählt. Wir danken unserem Kollegen Matthias Aebischer ganz herzlich für seine grosse Arbeit in und ausserhalb unseres Rates und wünschen ihm - dir, lieber Matthias - für die neue Herausforderung in der Regierung der Bundesstadt Bern sowie auch privat alles, alles Gute. Merci, dass du bei uns dabei gewesen bist, Matthias. (Stehende Ovation; die Präsidentin überreicht Herrn Aebischer einen Blumenstrauss)