Jans Beat · Bundesrat · 2025-03-05
Jans Beat · Bundesrat · Basel-Stadt · 2025-03-05
Wortprotokoll
Sie haben heute über zwei Bundesbeschlüsse zu beraten. Beim ersten Bundesbeschluss geht es um die Genehmigung einer Gebietsveränderung zwischen den Kantonen Bern und Jura betreffend den Wechsel der Gemeinde Moutier vom Kanton Bern zum Kanton Jura. Der zweite Bundesbeschluss ist ein einfacher Bundesbeschluss und betrifft die Gewährleistung einer Änderung der jurassischen Kantonsverfassung.
Zum ersten Bundesbeschluss: Der Bundesversammlung wird beantragt, den Wechsel der Gemeinde Moutier vom Kanton Bern zum Kanton Jura zu genehmigen. Dieser Beschluss zur Genehmigung der Gebietsveränderung zwischen den Kantonen Bern und Jura ist in historischer und politischer Hinsicht ein grosser, wichtiger Schritt. Es geht um den letzten Schritt in der Lösung der Jurafrage.
La question jurassienne est considérée comme le conflit intercantonal majeur de notre Etat fédéral. Jamais, depuis 1848, notre paix confédérale n'avait été autant menacée. Dans les années 1960, certaines personnalités allaient même jusqu'à préconiser une sécession de la Suisse romande. Le séparatisme jurassien a connu des épisodes violents: incendies, déprédations, occupations de l'ambassade de Suisse à Paris, etc. Je rappelle qu'ici même, dans cette salle, le 11 décembre 1968, lors de l'élection du Conseil fédéral, une intrusion de séparatistes jurassiens a empêché l'Assemblée fédérale de siéger normalement.
L'entrée en souveraineté du canton du Jura le 1er janvier 1979 n'a toutefois pas encore mis un terme à la question jurassienne. Des mouvements séparatistes ont continué à se mobiliser, souvent soutenus par les autorités du nouveau canton. Les tensions entre les cantons de Berne et du Jura se sont ravivées. Un attentat à la bombe à Berne, en janvier 1993, qui a fait une victime, marque l'apogée des violences. [PAGE 56]
Le Conseil fédéral joue dès lors un rôle de médiateur entre les cantons de Berne et du Jura, dans le cadre des conférences tripartites. En 1994, un accord entre les cantons de Berne, du Jura et le Conseil fédéral a conduit à la création d'une Assemblée interjurassienne. Ces travaux ont permis l'organisation, en 2013, d'une première votation populaire portant sur l'étude d'une nouvelle entité cantonale, regroupant l'actuel canton du Jura et le Jura bernois. Le Jura bernois s'étant très nettement prononcé contre ce scénario, avec 72 pour cent de non. Trois communes du Jura bernois ont souhaité voter sur la question de leur appartenance cantonale. En 2017, les communes de Belprahon et de Sorvilier ont décidé de rester bernoises. Moutier, en revanche, a choisi de rejoindre le canton du Jura. Le premier vote de 2017 ayant fait l'objet de recours, il a dû être répété à Moutier en 2021. L'Office fédéral de la justice a joué un rôle important dans l'organisation et la surveillance du vote qui reste unique dans l'histoire suisse, par sa complexité et les mesures de surveillance prises. C'est donc sur la base de ce second vote que vous avez aujourd'hui à approuver le transfert de la commune de Moutier au canton du Jura.
Es ist mir wichtig, zu betonen, dass es bei diesem Genehmigungsbeschluss nicht um die Modalitäten des Kantonswechsels und auch nicht um den Inhalt des Konkordates geht, das die Kantone Bern und Jura für den Kantonswechsel von Moutier abgeschlossen haben. Hier geht es einzig um die Frage, ob die Gebietsveränderung zwischen den Kantonen Bern und Jura den bundesrechtlichen Anforderungen genügt und deshalb zu genehmigen ist.
Zwei der drei rechtlichen Anforderungen sind bereits erfüllt. Nach Artikel 53 Absatz 3 der Bundesverfassung sind für eine Gebietsveränderung zwischen Kantonen erstens die Zustimmung der betroffenen Stimmberechtigten, zweitens die Zustimmung der betroffenen Kantone sowie drittens eben die Genehmigung durch die Bundesversammlung erforderlich. Sowohl die Stimmberechtigten der Gemeinde Moutier, die das am 28.[NB]März 2021 gemacht haben, als auch die Kantone Bern und Jura, das war am 22.[NB]September 2024, haben dem Kantonswechsel von Moutier zugestimmt. Somit fehlt nur noch die Genehmigung durch die Bundesversammlung. Der Bundesrat beantragt Ihnen, diesen[NB]Kantonswechsel[NB]mit[NB]dem[NB]vorliegenden Bundesbeschluss zu genehmigen. Dieser Genehmigungsbeschluss ist nach der Bundesverfassung dem fakultativen Referendum unterstellt.
Beim zweiten Beschluss, einem einfachen Bundesbeschluss, geht es um die Aufhebung von Artikel 139 der jurassischen Verfassung. Es handelt sich um einen normalen Gewährleistungsbeschluss gestützt auf Artikel 51 Absatz 2 der Bundesverfassung in Verbindung mit Artikel 172 Absatz 2 der Bundesverfassung.
Artikel 139 wurde im Jahr 2013 in die jurassische Verfassung aufgenommen. Er hätte eine Studie über ein neues Kantonsgebilde ermöglicht, das den heutigen Kanton Jura und den Berner Jura umfasst. Da diese Studie von der Stimmbevölkerung des Berner Juras abgelehnt wurde, ist dieser Artikel gegenstandslos geworden. In der Volksabstimmung vom 22.[NB]September 2024 haben die Stimmberechtigten des Kantons Jura nicht nur dem Konkordat mit dem[NB]Kanton[NB]Bern[NB]betreffend[NB]den[NB]Gebietswechsel von Moutier zugestimmt, sondern auch der Aufhebung dieses Artikels 139.
Nun ist es an der Bundesversammlung, diese Änderung der Kantonsverfassung zu gewährleisten. Der Übertritt der Gemeinde Moutier und die Aufhebung von Artikel 139 der jurassischen Verfassung bilden politisch und rechtlich den finalen Akt zur Beilegung des bedeutendsten interkantonalen Konfliktes in unserem Bundesstaat.
Der Bundesrat bittet Sie, diesen wichtigen, diesen richtigen, diesen historischen Schritt heute zu gehen. Es ist auch ein bisschen ein Feiertag für ein Land, das die Institutionen pflegt und Prozesse im gemeinsamen Einvernehmen durchführen kann, bis sie gelöst sind. Ich danke allen Beteiligten, die an diesem Prozess mitgearbeitet haben, insbesondere auch dem Bundesamt für Justiz, das hier lange Jahre gute Arbeit geleistet hat.
[VS]