Müller Damian · Ständerat · 2025-03-06
Müller Damian · Ständerat · Luzern · FDP-Liberale Fraktion · 2025-03-06
Wortprotokoll
Keine Angst: Ich stelle Ihnen keinen Ordnungsantrag, weil die Gefahr gross ist, dass der Vorstoss in der Kommission einschlafen würde. (Heiterkeit)
Guter Schlaf ist wichtig. Schlaf gehört neben Bewegung und Ernährung zu den drei Säulen unserer Gesundheit. Laut einem Bericht des nicht gewinnorientierten Thinktanks Rand von 2023 leiden in der Schweiz über 500[NB]000 Personen im erwerbstätigen Alter an Schlafstörungen. Handlungsbedarf zeigen auch die neuesten Zahlen des Schweizerischen Gesundheitsobservatoriums (Obsan). Demnach sind durchschnittlich 38 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer von Einschlaf- oder Durchschlafstörungen betroffen.
Diese Schlafstörungen ziehen hohe Folgekosten nach sich. Alleine der Produktivitätsverlust beträgt rund 10 Milliarden Franken pro Jahr. Mit meiner Motion will ich den Bundesrat beauftragen, die Nationale Strategie zur Prävention nichtübertragbarer Krankheiten, kurz NCD, schnellstmöglich um Schlafstörungen zu ergänzen, also kostenneutral. Einfliessen sollen dabei aktuelle internationale und nationale Erkenntnisse - die WHO erkennt Schlafstörungen ebenfalls als Krankheit an. Damit soll die Voraussetzung geschaffen werden, dass gezielte Massnahmen, einerseits in der Kompetenz des Bundes, aber andererseits auch in der Kompetenz der Kantone, zur Prävention, zur Diagnose und zur Behandlung und somit letztlich zur Verminderung der negativen gesundheitlichen, gesellschaftlichen, aber vor allem auch der wirtschaftlichen Auswirkungen von Schlafstörungen ergriffen und umgesetzt werden.
In der aktuellen NCD-Strategie der Schweiz sowie im dazugehörigen Massnahmenplan 2025-2028 wird das Thema Schlaf bzw. Schlafstörungen mit keinem einzigen Wort erwähnt, auch nicht in der gesundheitspolitischen Gesamtschau Gesundheit 2023. In seiner Antwort auf meine Motion erkennt der Bundesrat zwar an, dass Schlafstörungen einen Risikofaktor für nichtübertragbare Krankheiten und psychische Erkrankungen darstellen. Trotzdem beantragt er die Ablehnung der Motion und macht es sich in seiner Begründung - aus meiner Sicht, Frau Bundesrätin - schon sehr einfach.
Bitte lassen Sie sich dies nochmals vor Augen führen: Der Bundesrat ist der Meinung, der im August 2024 verabschiedete Massnahmenplan 2025-2028 enthalte wirksame Aktivitäten zur Reduzierung von Schlafstörungen und zur Verbesserung der Schlafqualität, selbst wenn der Schlaf darin nicht explizit erwähnt werde. Dazu gehören etwa Aktivitäten wie die Bewegungsförderung oder die Reduktion des Tabakkonsums. Erst im Hinblick auf die im Jahre 2029 vorgesehene strategische Nachfolgelösung ist der Bundesrat bereit, die Einbindung des Themas Schlaf zu prüfen.
Das reicht mir nicht. Zwar ist es unbestritten, dass die erwähnten Themen und Massnahmen, auf die aktuell der Fokus gelegt wird, eine hohe Relevanz besitzen. Allerdings gibt es weitere Problemzonen, die grosse volkswirtschaftliche Auswirkungen haben. Dazu gehören eben auch die chronischen Schlafstörungen. Es geht darum, dass neueste Erkenntnisse angemessen berücksichtigt werden und [PAGE 96] gegebenenfalls zur Anpassung von bestehenden Strategiedispositiven führen. Wenn wir das nicht tun, riskieren wir Nachteile für unsere Bevölkerung. Reden wir das Problem nicht länger schön, handeln wir!
Ich bitte Sie, diese Motion, die kostenneutral umgesetzt werden kann, anzunehmen, damit Schlafstörungen in die nationale NCD-Strategie aufgenommen werden. Ich danke Ihnen für die Unterstützung.