Stark Jakob · Ständerat · 2025-03-06
Stark Jakob · Ständerat · Thurgau · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2025-03-06
Wortprotokoll
Ich muss eine Vorbemerkung machen. Dieses Thema ist kein Kernthema für mich. Ein befreundeter Tierarzt, der nach England ausgewandert ist und sich viel in der Natur aufhält, hat mich darauf aufmerksam gemacht, wie stark die Fischbestände zurückgegangen sind. Dazu gibt es in England wissenschaftliche Untersuchungen, die zu hohe Rückstände von Tierarzneimitteln in Bächen, Flüssen und Seen nachweisen. Die Folge davon ist ein Rückgang der Insekten und Larven, die in und am Wasser leben, und weil diese wiederum eine wichtige Nahrungsgrundlage von Fischen und Vögeln sind, geht auch deren Anzahl zurück. Arten sind gefährdet oder sterben aus.
Hellhörig wurde ich - deshalb dieser Vorstoss -, als ich erfuhr, dass heute für die Prophylaxe gegen Zecken und Flöhe bei Haustieren wie Hunden und Katzen hochtoxische Insektizide verwendet werden, die in der Landwirtschaft vor einigen Jahren eben deshalb verboten wurden. Es geht um Fipronil und Imidacloprid, die direkt von Hunden beim Baden und Spielen oder indirekt über Abwässer aus Hundesalons und so weiter in die Gewässer gelangen. Dabei, und das ist festzustellen, gäbe es heute bewährte und nicht giftige Alternativen für die Zeckenprophylaxe.
Die Antwort des Bundesrates ist umfassend und präsentiert Antworten auf alle gestellten Fragen, ein Handeln wird in Aussicht gestellt, und dafür möchte ich meinen Dank und meine Anerkennung aussprechen. Leider wird in dieser Antwort eine Belastung der Gewässer mit Fipronil und Imidacloprid auch für die Schweiz bestätigt. Ich stelle die Bedeutung der Zecken- und Flohprophylaxe für das Tierwohl nicht infrage. Wenn jedoch die Nebenwirkungen der Arzneimittel für die Natur derart gravierend werden, muss konsequent auf vorhandene Alternativen umgestellt werden. In diesem Sinne fordere ich den Bundesrat auf, Artikel 81 der Verordnung über die Arzneimittel anzupassen, damit Wirkstoffe eben periodisch überprüft werden müssen.
Es ist schon ein wenig stossend, dass bis heute weder für Fipronil noch für Imidacloprid eine Umweltverträglichkeitsprüfung gemacht worden ist, auch nicht nach dem Verbot dieser Stoffe in der Landwirtschaft. Es hat seither keine Zulassungsüberprüfung und auch keine Anpassung der Arzneimittelinformationen stattgefunden. Hier besteht, Frau Bundesrätin, Handlungsbedarf.
Schnell gehandelt werden kann bei der Abgabe solcher Tierarzneimittel. Hier braucht es, und das ist wichtig, klar höhere Voraussetzungen, was mit einer Verschreibungspflicht erreicht werden könnte. Ich danke dem Bundesrat, dass er bzw. Swissmedic eine Verschreibungspflicht bereits prüft, und ich möchte ihm Mut machen, bald eine Verschreibungspflicht für Tierarzneimittel mit den Wirkstoffen Fipronil und Imidacloprid einzuführen. Das ist das Minimum, das getan werden muss, solange diese Wirkstoffe in Tierarzneimitteln überhaupt noch zugelassen sind. [PAGE 100]