Spoerry Vreni · Ständerat · 2003-06-12
Spoerry Vreni · Ständerat · Zürich · Freisinnig-demokratische Fraktion · 2003-06-12
Wortprotokoll
Es ist tatsächlich alles gesagt worden. Ich wollte nur anfügen - ich spreche nicht als Direktbetroffene -, dass ich mit Überzeugung den Antrag der Mehrheit der Kommission unterstütze.
Ich weiss, dass es Frau Forster nicht darum geht, die Adoptivmütter schlechter zu stellen, sondern ihr Antrag kommt aus der echten Sorge heraus, dass dieser Zusatz eine Gefährdung der Vorlage sein könnte. Von mir aus gesehen ist dies eine Einschätzungsfrage, die durchaus unterschiedlich beurteilt werden kann. Wenn ich heute Morgen die Diskussion gehört habe, dann muss ich sagen: Es gibt die grundsätzlichen Befürworter der Mutterschaftsversicherung, und es gibt die grundsätzlichen Gegner. Ich kann mir eigentlich nicht vorstellen, dass jemand wegen diesen 2 Millionen Franken, gemessen an einer halben Milliarde Franken, diese Vorlage zu Fall bringt. Ich gebe aber Frau Forster Recht, dass jene, die ohnehin gegen die Mutterschaftsversicherung antreten wollen, hier ein zusätzliches Argument finden.
Aber sachlich muss ich feststellen: Eine Adoptivmutter ist auch eine Mutter. Es ist kein einfacher Entscheid für ein Ehepaar, sich zu einer Adoption zu entschliessen. Wir haben alle ein Interesse daran, dass aus einem solchen Wahlverhältnis Mutter-Kind ein gutes Verhältnis wird. Es braucht sehr viel Fingerspitzengefühl, sehr viel Zeit auch, um ein solch gutes Verhältnis bei einer Adoption aufzubauen. Wir haben den Zeitraum auf kleine Kinder beschränkt, nur bis zum Alter von vier Jahren. Ich glaube, es ist wirklich im Interesse aller Betroffenen, inklusive der Gesellschaft, dass sich eine Mutter bei der Adoption eines kleinen Kindes eine gewisse Zeit lang voll diesem Kind widmen und versuchen kann, zum Wohle des Kindes die Integration in die neue Familie bestmöglich zu vollziehen.
Persönlich glaube ich, dass wir einen klugen Souverän haben, der diese 2 Millionen Franken Zusatzkosten richtig einordnen kann. Deswegen habe ich persönlich nicht die Meinung, dass dieser Zusatz eine Belastung der Vorlage ist, die sie zu Fall bringen könnte.
Aus dieser Einschätzung heraus, die in diesem Punkt anders ist als jene von Frau Forster, bitte ich Sie, der Mehrheit zu folgen.