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Binder-Keller Marianne · Ständerat · 2025-03-17

Binder-Keller Marianne · Ständerat · Aargau · Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP. · 2025-03-17

Wortprotokoll

Ich weiss, zu fortgeschrittener Stunde ist man natürlich froh über eine gewisse Effizienz, und ich werde diese leisten. Es ist mir einfach wichtig, ein paar Worte zu dieser Interpellation zu deponieren. Ich lege auch gleich meine Interessenbindungen offen: Ich bin Vorstandsmitglied der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft für klinische Krebsforschung (SAKK), und als solches stelle ich besorgt fest, dass, während die Schweiz bei der Grundlagenforschung an der Spitze steht, sie laut einem Bericht der Schweizerischen Akademie der medizinischen Wissenschaften in der klinischen Forschung Gefahr läuft, den Anschluss an die Spitzenpositionen zu verlieren. Die patientenorientierte klinische Forschung hinkt in der Schweiz der Grundlagen- und experimentellen Forschung hinterher und schneidet im internationalen Vergleich schlechter ab als in führenden Ländern.

Ich danke dem Bundesrat, das erwähne ich gleich zu Beginn positiv, dass er meine Einschätzung teilt, dass die klinische Krebsforschung für die Gesundheitsversorgung und die Entwicklung neuer Therapien sehr wichtig ist. Leider verpasst es der Bundesrat in seiner Antwort auf meine Interpellation, aufzuzeigen, wie die unabhängige klinische Krebsforschung in Zukunft finanziell stärker unterstützt werden könnte, insbesondere auch im Zusammenhang mit der Tatsache, dass etwa 40 Prozent der 47 Millionen Franken an Fördermitteln nach Artikel 15 des Bundesgesetzes [PAGE 253] über die[NB]Förderung[NB]der[NB]Forschung[NB]und[NB]der Innovation, welche in der Periode 2025-2028 an die Swiss Clinical Trial Organisation fliessen, nicht direkt der klinischen Krebsforschung zugutekommen.

Meines Erachtens prüft man hier zu wenig, wie sich die Finanzierung der unabhängigen Krebsforschung in der Schweiz im Vergleich zum Ausland oder zur staatlichen Förderung der Grundlagenforschung verhält. Dies wäre jedoch wichtig, um bei der klinischen Krebsforschung in der Schweiz nicht ins Hintertreffen zu geraten. Ausserdem, meine ich, verpasst es der Bundesrat, darzustellen, welche Möglichkeiten er über eine Leistungsvereinbarung hätte, um auf die Schwerpunkte der Finanzierung durch den Schweizerischen Nationalfonds einzuwirken. Ich sehe das als verpasste Chance, da womöglich mit denselben Mitteln mehr erreicht werden könnte, wenn dem massiven Ungleichgewicht zwischen[NB]der[NB]Finanzierung[NB]der Grundlagenforschung und derjenigen der klinischen Krebsforschung etwas entgegengesetzt würde.

Ich bin überzeugt, dass sich der Bundesrat mehr damit auseinandersetzen müsste, wie das Kostenwachstum in der obligatorischen Krankenpflegeversicherung mit geeigneten Qualitätsmassnahmen gedämpft werden könnte. Neben griffigen Kostendämpfungsmassnahmen braucht es auch Investitionen in klinische Forschung, um mit Innovation das künftige Kostenwachstum zu bremsen. Dies also meine Überlegungen - affaire à suivre.