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Thalmann-Bieri Vroni · Nationalrat · 2025-03-19

Thalmann-Bieri Vroni · Nationalrat · Luzern · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2025-03-19

Wortprotokoll

Ja, die Initiative ist formell gültig, sie ist auch gut gemeint. Dennoch empfehle ich diese Initiative zur Ablehnung. Es kann nicht sein, dass unsere Bürgerinnen und Bürger, statt für die personelle Alimentierung der Armee und des Zivilschutzes in der Dienstpflicht zu stehen, nun eine Verpflichtung zur Erfüllung von Aufgaben für die Allgemeinheit und die Umwelt eingehen müssen. Um die notwendigen Bestände der Armee und des Zivilschutzes zu sichern, ist es dringend notwendig, die Reform des Zivildienst- und des Bevölkerungs- und Zivilschutzgesetzes sowie die schnellstmögliche Einführung einer Sicherheitsdienstpflicht zu begünstigen.

Da ein solches Engagement wohl nicht in der Freizeit angedacht ist, würde es dem Arbeitsmarkt wieder Arbeitskräfte entziehen und so die Wirtschaft belasten. Auch die Vereinstätigkeit vor Ort würde leiden: mehr Teilzeit, mehr Elternzeit, weniger Wochenstunden und zuletzt auch noch freiwilliges Engagement als Pflicht aller festzusetzen - was läuft hier eigentlich falsch in unserer Schweiz? Will jeder nur noch das machen, was er gerne macht, und nicht das, was gefordert wird? Nur das zu machen, was gefällt - so funktioniert es einfach nicht. Es gibt überall zu wenig Fachkräfte, und gerade auch diese Fachkräfte müssten dieser Bürgerverpflichtung nachgehen.

Ich bin froh, dass es hier keinen Gegenvorschlag gibt. Wie würde dieser aussehen, wenn wieder Wochenstundenreduktionen vorgenommen würden? Wieso muss alles immer auf Kosten der Arbeitszeit gehen? Viele machen freiwillige Arbeit auch während ihrer Ferien oder ihrer Freizeit: Da geht es um Lager wie etwa jene der Jungwacht und des Blaurings, um die Froschrettung im Frühling an Strassen und Wegen oder um Besuchsdienste von Alleinstehenden und so weiter. Im Kanton Luzern wurde im Juni 2010 an der Urne sogar über [PAGE 433] ein Gesetz zur Förderung des gesellschaftlichen Zusammenhalts abgestimmt. Dieses Gesetz wurde an der Urne mit 64 Prozent Nein-Stimmen abgeschmettert.

Freiwilliges Engagement tut der Seele gut und geht ganz sicher ohne diese auf falsche Weise gut gemeinte Initiative. Es gibt jedem direkt grosse Dankbarkeit, und dies ohne anrechenbare Gegenleistung. Es gibt ein schönes Jodellied von Franz Stadelmann, das dies auch beschreibt. Darin heisst es: "S'Schönscht, wos git, isch Dankbarkeit."