Lexipedia

Wyss Sarah · Nationalrat · 2025-05-07

Wyss Sarah · Nationalrat · Basel-Stadt · Sozialdemokratische Fraktion · 2025-05-07

Wortprotokoll

Wir wissen es alle: Die Schweiz steckt betreffend Digitalisierung im Gesundheitswesen noch in den Kinderschuhen. Aber es besteht Hoffnung. Mit Digisanté ist ein Programm am Laufen, das mich zuversichtlich stimmt, dass wir aus diesen Kinderschuhen herauswachsen und die Digitalisierung für den Fortschritt nutzen können - nicht nur für mehr Effizienz, sondern vor allem auch zum Wohle der Patientinnen und Patienten.

Doch eine Digitalisierung braucht Standards. Jede Digitalisierung braucht Standards, damit die Interoperabilität gewährleistet werden kann, aber ebenso die Qualität und die Patientinnensicherheit. Das ist aktuell noch nicht der Fall, und das ist mehr als eine verpasste Chance, denn es ist auch gefährlich. So besagt eine Studie der Stiftung Patientensicherheit Schweiz klar, dass unsachgemäss konzipierte und implementierte Primärsysteme - KIS oder PIS - nicht nur einen hohen administrativen Zusatzaufwand bedeuten, sondern auch die Patientinnensicherheit gefährden. Dies führt nicht nur bei Patientinnen und Patienten zu Schäden, sondern auch das Personal leidet darunter. In Kürze wird eine neue Studie respektive Analyse der Universität Bern über Primärsysteme veröffentlicht. Ich bin sehr gespannt auf diese Analyse. Mit der Überweisung des Postulates 24.3013 der SGK-N, "Mindeststandards für Primärsysteme im Gesundheitswesen", sollen auch Mindeststandards für die Interoperabilität und Qualitätssicherung eingeführt werden.

Das vorliegende Postulat ist etwas älter, es ist aber trotzdem nicht obsolet, sondern stellt eine sinnvolle Ergänzung mit Fokus auf die Patientinnensicherheit dar. Im Sinne einer guten, schnellen, aber auch sicheren Digitalisierung mit Standards bitte ich Sie, dieses Postulat anzunehmen. Selbstverständlich können die Ergebnisse aus der Studie der Universität Bern mit einbezogen werden, damit wir hier weiterkommen.