Germann Hannes · Ständerat · 2025-06-05
Germann Hannes · Ständerat · Schaffhausen · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2025-06-05
Wortprotokoll
Das Vorgehen bei diesem Geschäft respektive die unendliche Geschichte, die einfach kein Happy End finden will, wurde jetzt dargelegt. Ich muss sagen, ich stehe diesen neuen Züchtungsmethoden seit jeher mit einer gewissen Offenheit gegenüber, selbst wenn ich früheren Moratoriumsbeschlüssen zugestimmt habe. Um es ehrlich zu sagen, tat ich das schon das letzte Mal widerwillig.
Wir hören jedes Mal haargenau dieselben Argumente, sie sind forschungsfeindlich. Sie wissen ganz genau, wie weit man in der Forschung ist. An der ETH - der Herr Bundesrat weiss das sicher noch besser als ich - ist man sehr weit und hätte an sich die Instrumente, um mindestens mit dieser Genschere als einer der Methoden schneller zu guten Züchtungsergebnissen zu kommen. Die ETH hat die Technologie, bringt sie aber logischerweise nicht zur Marktreife, wenn die Freisetzung nicht erlaubt ist. Das ist das Dilemma, in dem wir stecken.
Nun setzt die Minderheit wenigstens ein Zeichen für eine gewisse Offenheit - was wir nicht tun, wenn wir diese Methoden nach wie vor zurückbinden. Wir haben ja die traditionellen Kreuzungsarten, ich habe sie schon mit meinem Vater kennengelernt, als er Zweige am Apfelbaum versetzte - ob das fremde Sorten waren oder nicht, daran kann ich mich nicht mehr erinnern, aber es war auf jeden Fall hochinteressant. Erlaubt sind auch Mutationszüchtungen. Dort werden Chemikalien oder radioaktive Strahlung verwendet, um eine Veränderung herbeizuführen - das gilt dann als traditionelle Methode. Der Nachteil dieser chemischen oder bestrahlenden Methode ist: Sie erhalten lauter Zufallsergebnisse und müssen aus ein bis zehn Millionen Ergebnissen das richtige erwischen. Das ist doch eher unwahrscheinlich, währenddem Sie eben mit der Gen-Editierung, dem Genom-Editing oder der Crispr/Cas-Methode ganz gezielt vorgehen, die Sorte resistenter und vielleicht sogar ertragreicher[NB]machen[NB]können.[NB]Das[NB]ist[NB]auch[NB]im Hinblick auf die angesprochene Ernährungs- und Versorgungssicherheit - nicht nur im Inland, auch global - von Bedeutung. Da sind wir herausgefordert.
In diesem Rat haben wir uns bisher schwergetan respektive mit tragfähigen Kompromissen abgemüht, zur Reduktion oder zur Halbierung des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln und der Gefahren, die von ihnen ausgehen, beizutragen. Das haben wir mit der parlamentarischen Initiative 19.475 initiiert, deren Umsetzung sehr viele geschmerzt hat und sehr viele Produzenten noch immer schmerzt. Es wäre doch viel schlauer und erfolgversprechender, wir könnten auf diese neuen Erzeugnisse zurückgreifen, die dann vielleicht eine Fäulnisresistenz aufweisen oder gegen gewisse Schädlinge resistent sind.
Was wir hier entscheiden, wird die Forschung nicht sehr begrüssen; ich finde das nach wie vor ein Signal der Ängstlichkeit oder vielleicht des Rückschritts. Wir sollten nun wirklich zeigen, dass wir in diesem Land, das die meisten Innovationen weltweit zustande bringt, bereit sind, auch im Bereich der Pflanzenzüchtungen gezielte Verbesserungen herbeizuführen.
Ich bitte Sie, dem Antrag der Minderheit zuzustimmen und damit eine gewisse Offenheit zu signalisieren.