Regazzi Fabio · Ständerat · 2025-06-10
Regazzi Fabio · Ständerat · Tessin · Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP. · 2025-06-10
Wortprotokoll
Ich kenne Blatten und das Lötschental ziemlich gut. Es ist eine wunderschöne Region mit einer engagierten und traditionsbewussten Bevölkerung, die tief mit ihrer Landschaft verbunden ist. Die Ereignisse vom 28.[NB]Mai haben mich persönlich betroffen gemacht. Unsere Gedanken sind bei den betroffenen Familien, den lokalen Behörden und allen, die nun mit grosser Anstrengung versuchen, Normalität und Perspektive zurückzubringen. Ein besonderer Gedanke gilt unserem Kollegen Beat Rieder, der im Lötschental lebt und die Zerstörung nur wenige hundert Meter von seinem Wohnort unmittelbar miterlebt hat. Als Vertreter eines Kantons, der letzten Sommer selbst schwer von Naturkatastrophen betroffen war - ich denke an die Ereignisse im Vallemaggia, aber auch an jene in der Mesolcina -, möchte ich meine volle Solidarität mit der Bevölkerung von Blatten zum Ausdruck bringen. Aus diesem Grund spreche ich mich mit Überzeugung für diese Unterstützung aus.
Cette aide n'est pas seulement un signe de solidarité, elle constitue une condition essentielle à la reconstruction. Il ne s'agit pas uniquement de réparer les dommages matériels, mais aussi de redonner une perspective économique et sociale à une région. Lorsque les infrastructures, les entreprises et les voies de communication sont détruites, c'est souvent tout le développement local qui est paralysé. N'oublions pas que ce sont justement les régions structurellement plus fragiles qui sont les plus durement touchées par de tels événements. Elles ne peuvent pas s'en sortir seules. C'est ici qu'une responsabilité nationale est nécessaire ainsi qu'un cadre solide et fiable sur lequel les communes et les cantons touchés doivent pouvoir compter en cas de besoin.
So gross unsere Solidarität heute ist, so gross sollte auch unser politischer Wille sein, neue Wege zu gehen. Dieser Solidaritätsbeitrag ist richtig, aber er ist erneut ein Ad-hoc-Entscheid. Denn solche Notfallhilfen zeigen, dass wir als Land zusammenstehen können, aber auch, wo unser System an seine Grenzen kommt. Jedes Mal müssen wir Sondermassnahmen beschliessen, wie jetzt für Blatten oder letztes Jahr für das Tessin und für Graubünden. Das ist nicht nachhaltig, und schlussendlich ist es auch eine Frage der Gleichbehandlung und der Rechtssicherheit.
Nach den schweren Unwettern in der Mesolcina und im Vallemaggia erklärte Herr Bundesrat Rösti - und das war Ende Mai -, solche Ereignisse seien isolierte Extremfälle. Diese Einschätzung hat sich leider als falsch erwiesen, und das nach wenigen Tagen. Die Häufigkeit und Intensität von Naturkatastrophen nehmen zu, und wir müssen uns dieser neuen Realität stellen.
Genau deshalb habe ich im vergangenen September eine parlamentarische Initiative zur Schaffung eines permanenten, transparenten und effizienten Bundesfonds für Naturkatastrophen eingereicht. Ziel ist es, betroffenen Regionen schnell, verlässlich, ohne zusätzlichen bürokratischen Aufwand und jenseits politischer Verzögerung zu helfen, ohne dass jedes Mal erst ein Sonderkredit verabschiedet werden muss. Erste Lösungsansätze liegen bereits auf dem Tisch. Es ist Zeit, sie ernsthaft zu prüfen und weiterzuentwickeln. Die Initiative befindet sich derzeit in der zuständigen Kommission, und ich hoffe, dass nach der Sommerpause die Beratungen bald aufgenommen werden können.
Ich komme zum Schluss. Ich unterstütze, wie ich gesagt habe, diesen Beitrag für Blatten, aus Überzeugung und verbunden mit einem Appell: Lassen wir diesem Akt der Solidarität eine politische Konsequenz folgen. Es ist Zeit, dass die Schweiz ein robustes Instrument schafft, um den Herausforderungen der Zunahme extremer Wetterereignisse mit der nötigen Weitsicht zu begegnen.