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Gredig Corina · Nationalrat · 2025-06-10

Gredig Corina · Nationalrat · Zürich · Grünliberale Fraktion · 2025-06-10

Wortprotokoll

Vor gut drei Jahren hat die Schweiz mit dem Schutzstatus S schnell, pragmatisch und menschlich reagiert. Seither leben rund 68[NB]000 Geflüchtete aus der Ukraine in unserem Land, viele davon sind hochmotivierte Menschen, die arbeiten und sich einbringen möchten. Es war ein liberaler Entscheid, ihnen ohne Asylverfahren sofortigen Zugang zum Arbeitsmarkt zu gewähren. Doch dies in die Realität zu übersetzen, ist uns noch nicht ausreichend gelungen.

Das vom Bundesrat gesetzte Ziel, bis Ende 2024 rund 40 Prozent der Menschen mit Schutzstatus S in die Arbeitswelt zu bringen, wurde verfehlt. Ende Jahr lag die Erwerbsquote bei rund 30 Prozent. Besonders betroffen sind Frauen, häufig wegen fehlender Kinderbetreuung oder fehlender Anerkennung ihrer beruflichen Qualifikationen. Gleichzeitig sucht unsere Wirtschaft händeringend nach Arbeitskräften, nach mehr Personal in ganz verschiedenen Branchen. Dieses Missverhältnis gilt es aufzulösen, nicht mit neuen Strukturen, sondern mit noch stärkerer Zusammenarbeit.

Meine Motion will genau das: bestehende Kräfte bündeln und die Zusammenarbeit mit der Wirtschaft gezielt verstärken. Dies ist nicht als Kritik am Bundesrat oder an den Kantonen zu verstehen, sondern vielmehr als Angebot, als Ansporn zur Weiterentwicklung. Die Zuständigkeiten sind klar[NB]verteilt,[NB]aber[NB]die[NB]Wirkung vor Ort hängt von der Kooperation ab.

Es gibt zahlreiche Hürden, die Menschen am Zugang zur Arbeit hindern, so etwa die fehlenden Deutschkenntnisse. Dabei haben einige Unternehmen bereits begonnen, Sprachkurse am Arbeitsplatz anzubieten - diese Initiativen verdienen Unterstützung. Auch die Anerkennung von Diplomen erfolgt vielfach noch zu langsam oder ist zu kompliziert. Gerade im Gesundheitsbereich oder auch in technischen Berufen könnten Menschen schnell zu einer Entlastung beitragen, wenn Übergangslösungen eben möglich wären. Integration funktioniert, wenn wir gemeinsam hinsehen, Hindernisse abbauen und dort investieren, wo es Wirkung zeigt. Und sie lohnt sich für die Menschen, die selbstständig sind, für unsere Wirtschaft, die Arbeitskräfte braucht, und natürlich auch für den Staat, weil die Sozialhilfekosten dadurch eben sinken. Es ist also eine Win-win-Situation.

Geflüchtete mit Schutzstatus S wollen nicht abhängig sein. Sie wollen beitragen, sie wollen arbeiten und Verantwortung übernehmen.

Deshalb bitte ich Sie um Unterstützung für diese Motion als Signal an die Kantone und an die Wirtschaft sowie auch an den Bund, dass wir den Integrationsmotor jetzt gezielt und noch stärker in Gang bringen.