Rösti Albert · Bundesrat · 2025-06-12
Rösti Albert · Bundesrat · Bern · 2025-06-12
Wortprotokoll
Wenn es um die Ernährung der Bevölkerung und die bestehende Biodiversität geht, stellt sich schon die Frage, was Sie höher gewichten wollen. Wir haben eine sehr hohe Biodiversität in unserem Land. Fahren Sie durch unser Land und schauen Sie sich die Artenvielfalt an. Erwähnt seien gleichzeitig die bedrohten Arten. Wir haben diese Diskussion im Rahmen der Biodiversitäts-Initiative intensiv geführt - das ist ein wichtiges Anliegen. Die Landwirtschaft, ich wiederhole es nochmals, erbringt mit 19 Prozent massiv mehr an Biodiversitätsflächen, als sie müsste. Wir arbeiten auch an der Biodiversität; wir haben einen zweiten Aktionsplan lanciert. Die Biodiversität ist selbstverständlich sehr wichtig, da haben wir keine Differenz.
Aber hier geht es um eine andere Abwägung. Mit der Zunahme der Waldfläche bekommen wir in diesem Sinn jedes Jahr mehr unberührte Natur. Das passiert; jeden Tag sind es mehrere Hektaren mehr. Bei der Fruchtfolgefläche haben wir ein Problem. Sie darf nicht abnehmen; wir haben aber je länger, je mehr ein Problem, sie zu halten. Und das hier ist eine ganz kleine Massnahme.
Frau Nationalrätin Schlatter, ich würde sogar sagen, mit dieser Motion Würth kann die Biodiversität zunehmen, weil wir sagen: Die Hälfte wird aufgeforstet, für die andere Hälfte werden naturschützerische Massnahmen ergriffen. Wenn Sie also eine uniforme Waldpartie mit nur wenigen Arten haben, können Sie diese Partie aufwerten, und dann haben Sie unter Umständen sogar mehr Biodiversität, als wenn Sie irgendwo nur Fichten pflanzen, von denen es schon x Hektaren gibt. Damit haben wir, glaube ich, eine Möglichkeit gewonnen.
Ich will keines der Argumente, die hier zu diesem wichtigen Thema vorgebracht wurden, infrage stellen. Es gehört alles zu unserer Natur; jedes Problem, das genannt wurde, ist richtig und wichtig. Aber wenn ich abwägen muss, sage ich Ihnen: Die Fruchtfolgefläche erfährt den höchsten Druck, und dort müssen wir massiv aufpassen. Ich bin mir bewusst, dass es in meinem Departement auch schwierig ist: Mit Investitionen in Infrastrukturanlagen setzen wir genau das aufs Spiel - das erfordert auch wieder diese Güterabwägung.