Bieri Peter · Ständerat · 2003-06-19
Bieri Peter · Ständerat · Zug · Christlichdemokratische Fraktion · 2003-06-19
Wortprotokoll
Es gibt verschiedene Vorstösse, die aus dem Nationalrat kommen. Die WBK-SR hat ein einziges Postulat verfasst und stellt es hier zur Diskussion.
Ich spreche zuerst zur Motion 03.3004 des Nationalrates mit dem Titel Overhead. Unter dem Begriff Overhead versteht man in der Forschung den Anteil anfallender Gemeinkosten, der mit der Durchführung eines Forschungsprojektes verbunden ist. Forschungsprojekte verursachen neben den direkten Kosten wie etwa Material, Apparate, Saläre usw. auch indirekte Kosten, zu denen die Infrastruktur- und Verwaltungskosten zählen. Direkte und indirekte Kosten sind untrennbar miteinander verbunden, um die Existenz der Forschung zu sichern. Beide Kostenarten müssen gedeckt werden. Das aus den USA stammende Overhead-System berücksichtigt mit einer ausgewiesenen Rechnung die direkten und indirekten Kosten, die ein Forschungsprojekt verursacht. Indem je nach Forschungsprojekt 5 bis 40 Prozent eines Forschungsprojektes in den Overhead gehen, wird die Akquirierung von projektbezogenen Drittmitteln attraktiv. Wird kein Overhead berechnet und werden die indirekten Kosten allein durch die allgemeinen Mittel der Hochschulen finanziert, so stösst die Hochschule selbst an finanzielle Grenzen, solche Forschungsprojekte von Dritten auszuführen.
Das amerikanische Overhead-System lässt sich jedoch nicht auf einen Schlag in der Schweiz einführen, da unser Finanzierungssystem anders aufgebaut ist. Über die Investitionsbeiträge und die Grundbeiträge an die Hochschulen vergütet der Bund bereits heute zu einem erheblichen Teil diese indirekten Kosten, sodass eine zusätzliche Abgeltung über die KTI oder Nationalfondsprojekte zu einer Doppelzahlung führen würde. Der Bundesrat, die Verwaltung und die beiden WBK sehen jedoch im Overhead-System einen Erfolg versprechenden Weg, Forschung an den Hochschulen attraktiv zu machen. Es braucht aus den eben genannten Gründen eine gewisse Zeit, um dieses System schrittweise umzusetzen.
Der Nationalrat, der Bundesrat und die WBK-SR unterstützen diese stufenweise Umstellung und empfehlen Ihnen deshalb, die Motion ebenfalls zu überweisen.