Brenzikofer Florence · Nationalrat · 2025-06-18
Brenzikofer Florence · Nationalrat · Basel-Landschaft · Grüne Fraktion · 2025-06-18
Wortprotokoll
Heute sprechen wir über die drängendste Herausforderung unserer Zeit: über den Schutz des Klimas und der Biodiversität. Denken wir an die letzten Naturereignisse zurück: Massen von Schutt und Eis haben ein ganzes Dorf unter sich begraben; die Unwetter im letzten Sommer haben in der Schweiz zu zahlreichen Überschwemmungen, Erdrutschen und Murgängen geführt. Solche Ereignisse sind in der Schweiz nicht einzigartig. Naturgefahren richten grosse Zerstörung an. Weltweit sehen wir immer häufiger Überschwemmungen, Hitzewellen, Dürren und Stürme, die ganze Dörfer verwüsten und Menschenleben fordern. Naturkatastrophen wie diese hinterlassen nicht nur grosse Schäden, sondern auch einen eindringlichen Appell an unsere Verantwortung, für den Schutz unseres Klimas und unserer Umwelt einzustehen.
Die Klimafonds-Initiative fordert, dass die Schweiz jedes Jahr zwischen 0,5 und 1 Prozent des Bruttoinlandprodukts in den ökologischen Umbau der Schweiz investiert. Diese Investitionen sind bitter nötig, damit wir die erforderliche Veränderung rechtzeitig vollbringen können. Der Klimafonds soll die Dekarbonisierung des Verkehrs, das Sanieren von Gebäuden, den Ausbau der erneuerbaren Energien und die Stärkung der Biodiversität beschleunigen. Auch für die notwendigen Aus-, Weiterbildungs- und Umschulungsmassnahmen soll der Klimafonds verwendet werden. Denn es braucht neue Kompetenzen für die ökologische Wende und mehr Fachkräfte für den Klimaschutz und den Umstieg auf die erneuerbaren Energien. Die Initiative zielt dabei auf sozial gerechte Massnahmen ab. Das bedeutet, Lösungen zu finden, die unsere gesamte Gesellschaft mit einbeziehen, insbesondere diejenigen, die am stärksten von den Auswirkungen der Klimakrise betroffen sind und oft am wenigsten Ressourcen haben, um sich anzupassen. So sollen zum Beispiel die Einkommensausfälle während allfälliger Umschulungen ausgeglichen werden. Das Risiko einer mangelnden Existenzsicherung soll beim Entscheid für eine Umschulung oder Weiterbildung keine Hürde darstellen.
Erneuerbare Energien bieten eine Möglichkeit, diese Veränderung zu gestalten. Durch Investitionen in Solar- und Windkraft können wir nicht nur die CO2-Emissionen senken, sondern auch neue Arbeitsplätze schaffen, die den Übergang zu einer grünen Wirtschaft unterstützen. Dabei werden Weiterbildungen und Umschulungen ermöglicht, insbesondere für Arbeitende in traditionellen Industrien, die vom Strukturwandel am stärksten betroffen sind.
Mit den bislang beschlossenen Klimamassnahmen erreicht die Schweiz das eigene Ziel von netto null Emissionen bis 2050 nicht. Von der Verpflichtung des Pariser Klimaabkommens, einen gerechten Beitrag ans 1,5-Grad-Ziel zu leisten, ist die Schweiz weit entfernt. Die Klimafonds-Initiative sorgt dafür, dass die benötigten Mittel zum Schutz von Klima und Biodiversität bereitgestellt werden. Das Klima fordert uns zum Handeln auf. Wir haben ein Instrument in der Hand. Wir tragen die Verantwortung. Lassen Sie uns handeln, um unseren Enkeln und Urenkelinnen eine lebenswerte Welt zu hinterlassen.
Danke, dass Sie die Klimafonds-Initiative unterstützen.