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Töngi Michael · Nationalrat · Luzern · Grüne Fraktion · 2025-06-19
Wortprotokoll
2010 waren weniger als 17 Prozent der verkauften Autos SUV, 2023 waren es bereits mehr als 56 Prozent. Der Trend zu schweren und vor allem auch zu grösseren Autos hält also unvermindert an. Dieser Trend betrifft nicht nur ländliche Kantone.
Ich weiss nicht, ob Sie sich noch erinnern; ich erinnere mich gut an die Frau Säckelmeister des Kantons Appenzell, Ruth Metzler, die, ich glaube, es war Ende Neunzigerjahre, im "VCS-Magazin" erklärt hatte, weshalb sie unbedingt einen Geländewagen brauche: weil es im Appenzell halt so viel Schnee gebe. Ich glaube, es gab schon damals nicht wahnsinnig viel Schnee im Appenzell, aber dieses Auto war nötig. Wir wissen, dass es immer weniger Schnee gibt. Das Merkwürdige ist auch, dass die SUV nicht nur im Kanton Appenzell, sondern zum Beispiel insbesondere im Kanton Zug, wo es noch weniger Schnee und Hügel hat, verbreitet sind. Insbesondere in dichter besiedelten Gebieten und dort, wo reichere Leute leben, wie eben im Kanton Zug, bestreiten die Geländewagen einen Anteil von über 65 Prozent.
Nicht nur wir Grünen, sondern zum Beispiel auch die Internationale Energieagentur ist besorgt über diesen Trend, der wenig energieeffiziente Autos bevorzugt und die technologische Entwicklung und den eigentlich möglichen Fortschritt ausbremst. Sie fordert die Länder auf, den Trend zu noch grösseren Autos zu stoppen und zu regulieren. Es ist klar: Je grösser und schwerer die Autos werden, desto stärker nimmt der Energieverbrauch zu.
Der Energieverbrauch und der CO2-Ausstoss sind ein Teil der Problematik, aber eben längst nicht der ganze. Ein weiteres Problem sind die überdimensionierten Autos auf den kommunalen Strassen und Parkplätzen; an gewissen Orten passen wir bereits die Parkplätze an respektive vergrössern sie. Es wäre mir an sich egal, wenn es weniger Parkplätze gäbe, weil sie grösser werden müssen, aber es ist auch so, dass diese Autos zum Beispiel immer mehr mit Fahrradstreifen kollidieren. Es wird schwieriger, auf dieser Strassenfläche überhaupt noch Fahrradstreifen zu machen, wenn die Parkplätze breiter werden.
Die SUV machen den Strassenverkehr auch gefährlicher. Wer mit dem Fahrrad unterwegs ist, kennt diese Situation: Plötzlich haben Sie ein Auto neben sich, über das Sie gar nicht mehr hinwegblicken können, und das ist sehr unangenehm. Diese übergrossen Autos kollidieren klar auch mit den Interessen einer Mobilitätspolitik, wie sie die Städte möchten, aber auch einer Mobilitätspolitik, die auf Effizienz und platzsparende Fahrzeuge setzt.
Mit einem Verbot von schweren Autos schaffen wir eine klare Vorgabe und erreichen, dass der technische Fortschritt sich tatsächlich zu einem Fortschritt für die Umwelt und die Lebensqualität entwickelt. Heute laufen viel zu viele Einsparungen und Verbesserungen ins Leere, weil sie durch grössere und schwerere Fahrzeuge aufgefressen werden.
Ich danke Ihnen, wenn Sie diese Motion unterstützen.