Michel Matthias · Ständerat · 2025-09-08
Michel Matthias · Ständerat · Zug · FDP-Liberale Fraktion · 2025-09-08
Wortprotokoll
Ich spreche zuerst zur Bereinigung von Artikel 44a Absatz 1. Es geht um die Mehrheit und um die Minderheit I (Chassot). Später wird der bereinigte Artikel dem Antrag der Minderheit II (Mühlemann) gegenübergestellt, die diese Titelzusätze gänzlich streichen will.
Wir hatten hier in der Kommission eine Mehrheit von 7 zu 5 Stimmen. Die Minderheit I unterstützt den Bundesrat. Der [PAGE 741] Bundesrat schlägt zwei Kategorien von ergänzten Titeln vor: erstens den "Professional Master" für die Abschlüsse der höheren Fachprüfungen, zweitens den "Professional Bachelor" für zwei verschiedene Abschlüsse. Das ist jetzt der Punkt, an dem die Mehrheit eine Änderung beantragt. Es geht um die Berufsprüfungen einerseits und um die Abschlüsse der höheren Fachschulen (HF) andererseits. Das sind zwei unterschiedliche Bildungsgänge, die aber beide zum "Professional Bachelor" führen sollen. Diese Ausbildungswege unterscheiden sich stark, schon nur beim Aufwand: Für die Berufsprüfungen sind 600 Lernstunden aufzuwenden; bei den höheren Fachschulen ist es ein Mehrfaches, es sind zwischen 3500 und 5000 Lernstunden. Aber beide sollen "Professional Bachelor" heissen.
Nicht nur die Schweizerische Konferenz der Höheren Fachschulen, sondern auch gewisse Verbände und einige Kantone kritisieren diese Gleichstellung im Titel. Vorgeschlagen wird eine Differenzierung - das übernimmt die Mehrheit -, die im Übrigen bei den vereinfachten englischen Bezeichnungen vom Bundesrat selber vorgeschlagen wird. Hier möchte ich den Blick auf einen Absatz werfen, der nicht umstritten ist. Es ist Absatz 3 von Artikel 44a: "Die vereinfachten englischen Übersetzungen der geschützten Titel richten sich nach der folgenden Struktur." Dann folgen die Buchstaben a, b und c. Hier haben Sie bei den Vereinfachungen drei Kategorien, die genau dem entsprechen, was die Mehrheit will.
Die Mehrheit will somit auch einen Unterschied zwischen den Buchstaben a und b machen; das sind der "Professional Bachelor" und der "Professional Master", das ist unbestritten. In Litera c, bei der höheren Fachschule, ist es der "Professional Bachelor in ..."; dann steht zum Beispiel "in Pflege" oder "in Informatik" als Vertiefungsrichtungen.
Damit hätte man eine Analogie zu den vereinfachten englischen Übersetzungen und eine Differenzierung, die sich auch aufdrängt, geschaffen. Das ist gerechtfertigt, weil es erstens zwei verschiedene Weiterbildungen sind. Zweitens ist es auch für die Bildungsanbieterinnen und -anbieter sowie ebenso für die Bildungsabgängerinnen und -abgänger klar. Man nimmt ein Anliegen aus der Vernehmlassung auf. Zumindest erachten wir es als wichtig, dass wir hier zuhanden des Nationalrates eine Differenz schaffen und diese Möglichkeit in den Ring werfen.
Die Minderheit wird sich selber artikulieren; ich überlasse daher der Minderheit das Wort, wenn das der Präsident erlaubt.