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Gartmann Walter · Nationalrat · 2025-09-15

Gartmann Walter · Nationalrat · St. Gallen · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2025-09-15

Wortprotokoll

Lieber Herr Flach, Sie haben uns mehrmals der preussischen Sprache bezichtigt. Dazu möchte ich Ihnen sagen, dass Sie sich im Schweizer Nationalratssaal und nicht in Deutschland und auch nicht in der EU befinden. Mässigen Sie sich, uns solche Unterstellungen zu machen!

Mit der Vorlage will der Bundesrat das Militärgesetz anpassen. Auch die geschlechtsneutrale Sprache soll mit dem vorliegenden Revisionspaket eingeführt werden. "Die Lesbarkeit verbessern" - so einfach und salopp wird uns aber vielmehr ein weiterer Auswuchs der Verwaltung erklärt, indem sie sich mit Gender-Wahn selbst Arbeit beschafft, anstatt sich für dringend notwendige Verbesserungen zugunsten der Truppe und zum Schutz der Bevölkerung einzusetzen. Es fehlt offensichtlich an allen Ecken und Kanten das nötige Geld für eine verteidigungsfähige Armee, und wir müssen mit ansehen, wie die Ressourcen des VBS für solche unnötigen Massnahmen "verblödet" werden.

Es ist nicht so, Herr Flach, dass wir das nicht wollen, sondern es geht um die Arbeit, die es gibt, und darum, dass das nicht notwendig ist. Deshalb soll diese teure und nichts bringende Anpassung weggelassen werden und stattdessen im Text alle Doppelnennungen in männlicher und weiblicher Form durch das generische Maskulinum ersetzt werden. Ich begründe das damit: Die Doppelnennung der weiblichen und [PAGE 1531] männlichen Form, wie z.[NB]B. in Artikel 71 Absatz 3 "die Truppenkommandantin oder der Truppenkommandant", stört den Lesefluss. Ausserdem entspricht diese Schreibform nicht den militärischen Standards, weil Funktionen und Grade im Militär nicht an das Geschlecht angepasst werden. Es gibt auch keine Hauptfrau oder Leutnantin, wie das in Artikel 102 nochmals genau festgehalten wird.

Ich denke, da hat Kollege Glättli schon ein bisschen recht. Es ist ein kleines Chaos im Gang. Wir belasten unser VBS, unsere Verwaltung. Wir hätten Wichtigeres zu tun. Es herrscht Krieg in Europa, und wir befassen uns mit solchen Kleinigkeiten. Es ist in der Armee und im Militär nicht wichtig, wie die Grade kommuniziert werden, das Geschlecht auch nicht. Es sind alle willkommen, und wir werden nicht weniger Frauen dabeihaben, wenn wir das attraktiv gestalten.

Ich bitte Sie deshalb, dem Antrag meiner Minderheit zuzustimmen.