Rösti Albert · Bundesrat · 2025-09-16
Rösti Albert · Bundesrat · Bern · 2025-09-16
Wortprotokoll
Ab dem Fahrplanwechsel im Dezember 2025 finden auf den Strecken, die für den TGV-Verkehr zwischen der Westschweiz und Frankreich genutzt werden, tatsächlich zahlreiche Arbeiten statt. Wegen Bauarbeiten zwischen Genf und La Plaine müssen die TGV-Verbindungen zwischen Lausanne und Paris via Genf angepasst werden. Die Fahrzeit zwischen La Plaine und Genf verlängert sich. Eine Weiterführung der TGV-Züge bis Lausanne ist infolge der späten Ankunft in Genf und wegen fehlender Kapazitäten zwischen Genf und Lausanne leider nicht möglich. Die TGV-Strecke Lausanne-Paris via Vallorbe ist von diesen Einschränkungen aber nicht betroffen. Diese erste Phase der Bauarbeiten dauert voraussichtlich bis Frühling 2027. Nach Abschluss dieser Phase werden die TGV-Züge gemäss dem regelmässigen Angebot wieder bis Lausanne weitergeführt. Bis zum Abschluss der Bauarbeiten Anfang 2030 sind punktuelle Anpassungen der TGV-Verbindungen zwischen Lausanne und Genf zu erwarten. Für jede Bauphase wird separat geprüft, wie sich die Auswirkungen auf die Bahnreisenden möglichst gering halten lassen.
Herr Ständerat Broulis, Sie möchten noch wissen, ob als Kompensation eine zusätzliche Verbindung über Vallorbe vorgesehen ist. Dies ist nicht der Fall. Die drei bestehenden täglichen Verbindungen über Vallorbe bleiben erhalten. Für eine zusätzliche, vierte tägliche Fahrt über Vallorbe verfügt Lyria nicht über das nötige Rollmaterial. Einschränkungen gibt es durch die punktuellen Bauarbeiten in Dijon. Diese erfordern eine Reduktion von drei auf zwei Verbindungen pro Tag. Zusätzlich werden während der Schliessung des Mont-d'Or-Tunnels vom 9.[NB]bis 26.[NB]Oktober 2026 keine Verbindungen angeboten. Den Fahrgästen stehen zusätzlich acht Verbindungen pro Tag zwischen Lausanne und Paris mit einmaligem Umsteigen in Genf zur Verfügung. Das sind die Fakten hierzu.
Ich möchte noch betonen, dass am 5.[NB]November 1999 die Vereinbarung zwischen dem Bundesrat und der französischen Regierung zum Anschluss der Schweiz an das französische Eisenbahnnetz, insbesondere an die Hochgeschwindigkeitslinien, unterzeichnet wurde. Dank dieser Vereinbarung konnten die Bahnverbindungen zwischen der Schweiz und Paris grundsätzlich deutlich verbessert werden. Dem Bundesrat ist bewusst, dass die Bahn zwischen der Schweiz und Frankreich sowohl im Fern- wie auch im Regional- und Nahverkehr noch attraktiver gestaltet werden kann. Dies habe ich auch mit dem französischen Verkehrsminister, Philippe Tabarot, in diesem Frühjahr besprochen. In einer gemeinsamen Absichtserklärung haben wir festgelegt, dass wir auch das zusammen anschauen wollen, um Verbesserungen zu realisieren.
Es ist klar, dass auch wir nicht wollen, dass Reisende in Lausanne stranden. Ich denke, dass das letztlich eine operative Aufgabe der SBB ist. Das müssen wir natürlich beobachten und beaufsichtigen. Mit der Sperrung Bern-Fribourg haben wir gesehen, dass die SBB durchaus Modelle haben, die zeigen, dass es im Rahmen von Bauarbeiten und kurzfristigen Sperrungen funktionieren kann, die Verbindung trotzdem sicherzustellen.