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Dittli Josef · Ständerat · 2025-09-16

Dittli Josef · Ständerat · Uri · FDP-Liberale Fraktion · 2025-09-16

Wortprotokoll

Ich bedanke mich für die Antwort. Warum habe ich diese Fragen eigentlich gestellt? Ganz einfach: Wir Urnerinnen und Urner befürchten wegen der Schliessung der rollenden Landstrasse (Rola) noch mehr Stau und noch mehr ein Ausweichen des Durchgangsverkehrs auf die Kantonsstrasse. Ich bin teilweise befriedigt von der Antwort. Die positive Erkenntnis für mich ist, dass wegen der Schliessung der Rola die Zunahme des Schwerverkehrs und damit des Transitverkehrs auf der Strasse, gesamthaft betrachtet, eine relativ geringe Auswirkung auf den täglichen Mehrverkehr hat. Doch jeder Mehrverkehr, insbesondere aber jener als Folge der Verlagerung von der Bahn auf die Strasse, ist grundsätzlich als negativ zu betrachten und verschärft die Stausituation und damit das Ausbrechen des Individualverkehrs von der Nationalstrasse auf die Kantonsstrasse.

Die Fragen 2 bis 5 hat der Bundesrat aus meiner Sicht etwas gar summarisch beantwortet. Es fehlt mir ein bisschen die Detailtiefe. Bei der Frage 2 hätte mich insbesondere interessiert, welches der Einfluss des Schwerverkehrszentrums Erstfeld auf den Zusatzverkehr wegen der Rola-Schliessung ist. Die zahlreichen Stauraumparkplätze, welche in meiner Wahrnehmung selten auch nur zur Hälfte gefüllt sind, dienen doch auch als Puffer für das Dosierungssystem vor dem Gotthardtunnel. Es stellt sich für mich die Frage, ob mit einer konsequenten Bewirtschaftung dieses Rückhaltepotenzials der zusätzliche Verkehr ohne negative Auswirkungen auf den Stau vor dem Gotthardtunnel gesteuert werden kann.

Wir Urnerinnen und Urner erleben immer öfter die negativen Auswirkungen des touristisch dominierten Transitverkehrs. Diesen Sommer haben die Staus auf der Gotthardachse neue Dimensionen erreicht. Was uns dabei besonders besorgt, ist das Ausweichen des Transitverkehrs auf die Kantonsstrassen, insbesondere wenn die Ausfahrten der Autobahn nicht oder zu wenig konsequent bewirtschaftet werden. Neuerdings erleben wir auch jeden Sonntagnachmittag und -abend massive Rückstaus, nicht nur des Nord-Süd-Verkehrs, sondern eben auch des Süd-Nord-Verkehrs im Raum Altdorf/Flüelen. Der Individualverkehr verlässt unkontrolliert die Autobahn bei Erstfeld und verstopft die Strassen des Urner Unterlandes. Das muss nun auch angegangen werden.

Ich weiss, dass das ASTRA intensiv mit den Behörden vor Ort zusammenarbeitet, um die Situation zu entschärfen. Ich danke dem ASTRA für diese Bemühungen zur Verkehrssteuerung. Bisher ist es aber nur bedingt gelungen, den Verkehr auf der Autobahn zu halten. Hier braucht es mehr Konsequenz. Es muss sichergestellt werden, dass die Polizei- und Verkehrslenkungsorgane an den Autobahnaus- und -auffahrten konsequent durchgreifen. Der Transitverkehr muss auf der Autobahn bleiben. Wir wollen und können es nicht hinnehmen, dass der Transitverkehr unsere Kantonsstrassen zur Alternativroute macht. Ich bitte die Behörden, gemeinsam mit den Akteuren vor Ort dafür zu sorgen, dass die vorhandenen Instrumente zur Verkehrssteuerung konsequenter genutzt werden.