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Graf Maya · Ständerat · 2025-09-16

Graf Maya · Ständerat · Basel-Landschaft · Grüne Fraktion · 2025-09-16

Wortprotokoll

Ich möchte mich noch kurz als Initiantin äussern und mich für die intensive Behandlung meines Vorstosses bedanken, die auch Anhörungen in Ihrer Kommission umfasste.

Mein Kollege Fabien Fivaz und auch Kollegin Gmür-Schönenberger haben schon ausführlich erklärt, worum es mir geht. Ich möchte trotzdem und gerade deshalb noch einmal etwas an den Anfang stellen, weil Ständerätin Gmür-Schönenberger auch die eine parlamentarische Initiative und die Volksinitiative, die Tierversuche verbieten wollte, erwähnt hat.

Ich stelle mich klar gegen solche Initiativen, die Tierversuche verbieten wollen. Das ist überhaupt nicht der Weg, den wir gehen sollten. Vielmehr setze ich mich dafür ein, dass die Zahl der Tierversuche in der Schweiz weiterhin massiv reduziert wird, und zwar insbesondere die Zahl jener Tierversuche, bei welchen die Versuchstiere Leid, schweres Leid erfahren. Hier gilt es anzusetzen; das will diese parlamentarische Initiative.

Wenn wir über dieses Thema sprechen, müssen wir die Zahlen heranziehen, gemäss welchen in den letzten zehn Jahren die Zahl der belastenden Tierversuche der Schweregrade 2 und 3 sogar zugenommen hat. Aktuell werden ungefähr 690[NB]000 Tiere pro Jahr bei Tierversuchen eingesetzt. Tierversuche der Schweregrade 2 und 3 finden auch zum Zweck der Grundlagenforschung statt, die mit öffentlichen Geldern unterstützt wird. Kollege Fivaz hat erwähnt, wie gross der Anteil an Steuergeldern ist, der in Tierversuche gesteckt wird: 166 Millionen Franken jährlich. Er hat auch erwähnt, wie viel wir dafür einsetzen, Tierversuche zu ersetzen, ihre Zahl zu minimieren oder das Leid zu reduzieren: 5 Millionen Franken. Hier besteht also sehr grosser Handlungsbedarf.

Nun, wozu ein verbindlicher Ausstiegsplan, der das bestehende Tierschutzgesetz ergänzt? Das ist das fehlende Puzzlestück, mit dem nötige Massnahmen erlassen werden können, um Forschungszwecke tierversuchsfrei zu erreichen und um belastende und auch sehr teure Tierversuche vermeidbar zu machen. Es ist wichtig, dass solche Forschung innovativ ist, weil sie dadurch nämlich zukunftsfähig wird. Viele Länder, auch in Europa, wollen in Richtung einer tierversuchsfreien Forschung oder einer Forschung mit weniger Tierversuchen gehen. Forschung ohne Tierversuche ist nämlich, wie ich gesagt habe, deutlich günstiger. Ausserdem würde die Schweiz als Innovations- und Forschungsstandort profitieren, wenn sie in diesem Bereich vorausschreiten würde.

So haben die Niederlande, Deutschland und Grossbritannien in die Entwicklung von Tierversuchsstrategien investiert, die den Ausstieg planen, und sie haben auch Zwischenziele vereinbart. Selbstverständlich müssen alle diese Ziele zusammen mit der Wissenschaft, der Forschungsgemeinschaft, dem Tierschutz und der Industrie erarbeitet werden.

Wenn wir heute Folge geben würden - das Folgegeben ist ja nur der erste Schritt -, käme das Geschäft in die Schwesterkommission. Diese könnte, wenn es dort auch ein Ja gäbe, beispielsweise den Entwurf zur erwähnten parlamentarischen Initiative Christ ergänzen, der ja in einer Subkommission der WBK-N ausgearbeitet wird. In dieser Initiative wird der 3R-Ansatz propagiert, und es werden Möglichkeiten gesucht, wie dieser 3R-Ansatz vermehrt in unseren Forschungen, vor allem auch in unseren Hochschulen, implementiert werden könnte. Das wäre wichtig, und es würde uns für die Zukunft fit machen, davon bin ich fest überzeugt.

Es muss unser Ziel sein, dass wir Fortschritt auch daran messen, dass Tierleid vermieden wird und dass wir eben Alternativen haben. Es gibt schon heute sehr viele spannende Alternativen, die wir fördern könnten, zum Beispiel die Herstellung von künstlichem Gewebe usw., und mit denen wir auf Methoden verzichten könnten, die Tierleid verursachen.

Ich bitte Sie in diesem Sinne, der Initiative heute Folge zu geben. Es ist nur der erste Schritt, und es ist im Sinne unserer Wissenschaft und der medizinischen Forschung.