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Prelicz-Huber Katharina · Nationalrat · 2025-09-17

Prelicz-Huber Katharina · Nationalrat · Zürich · Grüne Fraktion · 2025-09-17

Wortprotokoll

Wer kennt sie nicht, die grauenhaften Bilder der tierquälerisch gehaltenen oder getöteten Pelztiere? Sie machen noch immer die ganz grosse Mehrheit der Pelztiere aus. Man rechnet damit, dass zwischen 85 und 95 Prozent der Tiere, die aus Zuchtfarmen kommen, ohne Bewegungsmöglichkeit in Drahtkäfigen leben und lebendig gehäutet werden, andere sterben in Fallen einen qualvollen Tod. In der Schweiz betragen die jährlichen Pelzimporte 350 Tonnen. Davon stammen 50 Prozent oder sogar mehr aus China, das für seine schrecklichen Bedingungen bekannt ist.

Das Tragen eines Pelzes ist heute keine Notwendigkeit mehr. Wir haben längst andere Produkte gegen die Kälte. Wir sprechen hier also von einer Frage der Moral und der Ethik. Gibt es tatsächlich Menschen, die Pelze tragen wollen, wo sie doch wissen, dass die Tiere dafür eine grauenhafte Tortur erleiden? Deshalb ist es ja gemäss Umfragen auch so, dass gegen 90 Prozent der Bevölkerung der Initiative zustimmen und keine Importe von tierquälerisch erzeugten Pelzprodukten mehr zulassen wollen.

Ein Einfuhrverbot ist kompatibel mit internationalen Handelsverpflichtungen. Wir kennen bereits ein Verbot der Einfuhr von Robben- und sogar von Hunde- und Katzenfellen. Es ist deshalb schade, dass wir diese Diskussion überhaupt führen müssen, denn in der Bundesverfassung und im Tierschutzgesetz ist der Schutz des Tierwohls bereits enthalten. Es bräuchte eine konsequente Umsetzung - dann wäre das [PAGE 1617] Verbot schon in Kraft. Aber Sie wissen es: Die Realität ist eine ganz andere, und deshalb mussten für diese Initiative Unterschriften gesammelt werden.

Erfreulich war anfänglich die Diskussion in der WBK. Es war klar, wie gesagt wurde, dass der Import von tierquälerisch erzeugten Pelzprodukten nicht mehr gewollt ist. Und es war auch schnell klar, dass wir einen Gegenvorschlag wollen, weil die Bundesverfassung tatsächlich die falsche Ebene ist und es ein Gesetz dazu braucht. Danach begann jedoch die grosse Diskussion in der WBK: Was heisst "tierquälerisch"? Und wie kann garantiert werden, dass die Wirtschaft sicher nicht behindert wird? Es ist traurig, dass diese Diskussion überhaupt nötig ist, denn noch einmal: Gemäss Tierschutzgesetz ist es klar. Wir haben das Tierwohl zu bewahren, wir haben die Tierwürde zu schützen. Tieren sollen keine Schmerzen oder Schäden zugefügt werden; sie sollen nicht in Angst versetzt werden. Das, was für die inländische Haltung der Tiere gilt, sollte klarerweise auch für den Import gelten.

Mit einem griffigen Gegenvorschlag hätten wir es auch in der Hand, dass die Initiative zurückgezogen wird. Das Wohlergehen der Tiere darf nicht beeinträchtigt werden - hier braucht es kein "stark". Der Bundesrat hat immer noch genügend Spielraum, um das dann auszuformulieren. Natürlich darf es keine Gitter und keine Fallen mehr geben, die zu einem qualvollen Tod der Tiere führen. Eigentlich wäre es doch selbstverständlich, dass wir dem Entwurf des Bundesrates folgen, der für den Import von Pelzen eine Zertifizierung durch das BLV vorsieht. Das entsprechende Zertifizierungsprogramm gibt es bereits, Kollegin Sauter, es muss also nicht erst etwas Neues aufgebaut werden.

Ausserdem würde die Gleichbehandlung mit den Bauern und Bäuerinnen hier in der Schweiz bezüglich der Tierhaltung sichergestellt. Es gäbe also keine unterschiedliche Behandlung von Importprodukten, sondern es würden die gleichen Bedingungen gelten, die auch für die Produkte von inländischen Bauern und Bäuerinnen gelten.

Deshalb bitte ich Sie sehr, den Minderheiten zuzustimmen - für einen griffigen Gegenvorschlag, der den Willen des Volkes für das Tierwohl umsetzt, damit die Initiative zurückgezogen werden kann.