Hässig Patrick · Nationalrat · 2025-09-17
Hässig Patrick · Nationalrat · Zürich · Grünliberale Fraktion · 2025-09-17
Wortprotokoll
Hinter jedem Nerzmantel und jedem Echtpelzkragen stehen Tiere, die in ganz vielen Fällen apathisch in Käfigen dahinvegetierten, bis sie qualvoll getötet wurden. Diese Zustände sind keine Ausnahmen, sondern haben System. Und genau diesem System möchte die Initiative einen Riegel schieben. Und die Riegelschieber sind im besten Fall wir, hier und heute. Stellen Sie sich vor, es ginge um Nahrungsmittel, die bei uns auf den Tellern landen. Dann hätten wir bestimmt früher gehandelt. Für uns von der GLP-Fraktion ist klar: Wir sagen Ja zum indirekten Gegenvorschlag und damit Nein zu Pelzen aus tierquälerischer Produktion.
Besonders speziell ist, dass die Pelzindustrie versucht, sich mit einem grünen Anstrich zu retten. "Einmal Nerz tanken bitte" - das ist kein billiger Spruch, sondern Realität: Aus den Überresten der schmerzhaft gezüchteten Nerze wird international Biodiesel hergestellt. Das ist Greenwashing in Reinkultur.
Für mich und die GLP-Fraktion ist klar, dass wir dem indirekten Gegenvorschlag zustimmen und so die Ein- und Durchfuhr von Pelzen und Pelzprodukten verbieten. Die Initiantinnen und Initianten ziehen es in Betracht, die Initiative bei Annahme der vorliegenden Änderungen und Minderheitsanträge zurückzuziehen. Dafür gebührt ihnen Dank, auch für das Gespür dafür, wann ein politisches Ziel erreicht ist und auf eine kostspielige Abstimmung verzichtet werden kann. Jetzt liegt es an uns im Parlament, diese klaren Grenzen zu setzen.
Erinnern wir uns daran, schon 2012 sagte jemand in einer SRF-Doku voller Stolz, die Tiere hätten es in ihrem Schrank besser als im Wald - ein Satz, der die ganze Absurdität auf den Punkt bringt. Nur stammen diese Pelze eben nicht aus dem Wald, sondern aus Pelzfabriken.
Darum bitte ich Sie im Namen der GLP-Fraktion: Unterstützen Sie den breit abgestützten Gegenvorschlag, der so gut ist, dass er die Initiative ersetzt, und damit es schneller geht, bis die Ein- und Durchfuhr sowie der Handel mit Pelzen aus tierquälerischer Produktion gestoppt werden können. Setzen wir ein klares Zeichen für das Tierwohl und gegen eine Industrie, die auf Leid basiert.