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Flach Beat · Nationalrat · 2025-09-17

Flach Beat · Nationalrat · Aargau · Grünliberale Fraktion · 2025-09-17

Wortprotokoll

Nach dem Scheitern der Deklarationspflicht braucht es nun ein klares Verbot von Pelzen und Pelzprodukten, die mit tierquälerischen Methoden erzeugt wurden. Denn die Realität ist grausam: Tiere werden in einigen Herstellerländern in winzigen Drahtkäfigen gehalten, mit brutalen Fallen gefangen oder gar mit grausamen Mitteln getötet und gequält. Allein für den Schweizer Markt werden jedes Jahr Pelze von rund eineinhalb Millionen Tieren importiert.

Die Pelz-Initiative fordert ein Importverbot für tierquälerisch erzeugte Pelze, und der indirekte Gegenvorschlag des Bundesrates greift dieses Anliegen auf. Ich bin überzeugt, dass es in der Bevölkerung breit getragen ist. Der Bundesrat geht sogar einen Schritt weiter und sieht zusätzlich ein Handelsverbot vor. Das ist richtig. Ebenso richtig ist, dass er sich an den Standards der Weltorganisation für Tiergesundheit orientiert, um unsere internationalen Verpflichtungen einzuhalten. Wichtig ist auch, dass Pelze von der Erzeugung bis zum Konsumenten und zur Konsumentin rückverfolgbar sind und dass widerrechtlich eingeführte Waren konsequent beschlagnahmt werden. Ein zentraler Punkt ist dabei das Vertrauen der Konsumentinnen und Konsumenten. Wer in der Schweiz Kleidung kauft, soll selbstverständlich davon ausgehen dürfen, dass diese nicht auf grausamem Tierleid basiert. Genau dieses Vertrauen müssen wir durch ein klares Import- und Handelsverbot auch absichern.

Wir müssen zudem präzise sein: In Artikel 14a Absatz 2 darf es nicht heissen, das Wohlergehen von Tieren sei "stark" beeinträchtigt. Wenn ein Tier hungert, Schmerzen leidet oder krank ist, ist das Tierquälerei - Punkt. Darum unterstütze ich die Minderheit Baumann, die diese unnötige Abschwächung streichen will.

Auch bei den Jagdmethoden braucht es Klarheit. In den jüngsten Verordnungen werden Käfighaltung und grausame Fallen wie Tellereisen oder Schlingfallen zwar als tierquälerisch bezeichnet, Schlagfallen jedoch nicht, obwohl sie genauso qualvoll sind und in der Schweiz längst verboten wurden. Hier erwarten wir vom Bundesrat eine klare Anpassung. Sonst werde ich auch die Minderheit Rosenwasser unterstützen, die alle diese Fallen ausser Kastenfallen verbieten will.

Schliesslich zu den Zertifizierungen: Die Mehrheit der Kommission will auf ein internationales System zurückgreifen, [PAGE 1622] insbesondere auf das brancheninterne Label Furmark. Doch dieses erlaubt Käfigböden und tödliche Fallen, also genau diejenigen Methoden, die wir abschaffen wollen. Nur ein Schweizer Zertifizierungssystem nach unseren Kriterien garantiert auch hier echten Tierschutz. Deshalb unterstütze ich den Bundesrat und die Minderheit Baumann auch bei Artikel 14b.

Ich bitte Sie, die Tierquälerei in der Pelzproduktion zu beenden und damit diese Initiative im Kern zu unterstützen. Bitte unterstützen Sie jeweils auch die Minderheit und den Gegenvorschlag des Bundesrates. So setzen wir ein klares Zeichen für den Tierschutz, für das Vertrauen der Konsumentinnen und Konsumenten und gegen grausame Methoden, die einzig für Luxusgüter eingesetzt werden.