Donzé Walter · Nationalrat · 2003-09-17
Donzé Walter · Nationalrat · Bern · Evangelische und Unabhängige Fraktion · 2003-09-17
Wortprotokoll
Ich spreche im Namen der evangelischen und unabhängigen Fraktion und stelle fest, dass wir eigentlich zwei Grundprobleme vor uns haben. Das eine sind die so genannt planwidrig anfallenden Embryonen. Hierzu will die Minderheit I (Dormann Rosmarie) einen Bericht. Dann haben wir das zweite Problem, dass der Verfassungsauftrag, das Leben grundsätzlich zu schützen, tangiert wird. Nach unserer Auffassung wird er auch verletzt, und hierzu will die Minderheit I wenigstens ein Gutachten verlangen.
Was wollen wir von der evangelischen und unabhängigen Fraktion? Wir unterstützen die Minderheit II und damit unseren Fraktionskollegen Studer Heiner. Wir wollen nicht nur eine neue Abklärung, sondern wir wollen eine neue Lösung. Wir wollen den Sack zubinden und dem Bundesrat einen klaren Auftrag für eine neue Vorlage geben. Ich möchte betonen, dass unsere Haltung nicht fundamentalistisch, auch nicht einfach konservativ ist. Unser Motiv ist die Ehrfurcht vor dem Leben und vor dem, der das Leben gegeben hat. Unsere Haltung ist auch nicht forschungs- oder wirtschaftsfeindlich. Wir meinen, die Schweiz soll und kann sich in der Forschung an den adulten Stammzellen, an den [PAGE 1356] nichtembryonalen Stammzellen spezialisieren. Dieser Forschung stellen wir kein Hindernis in den Weg.
Ich bitte Sie deshalb: Respektieren Sie die Gewissenshaltung eines Teils unseres Volkes, aber auch das selbstbewusste Menschenbild eines anderen Teils der Bevölkerung, der mit uns zum gleichen Schluss kommt, nämlich zum Schluss der Minderheit II, dass das Gesetz an den Bundesrat zurückzuweisen ist mit dem Auftrag, eine Vorlage auszuarbeiten, die den verfassungsmässigen Schutz des Lebens gewährleistet, das gesetzliche Verbot der Embryonenforschung sicherstellt und die Einfuhr von embryonalen Stammzellen verbietet.