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Suter Gabriela · Nationalrat · 2025-09-17

Suter Gabriela · Nationalrat · Aargau · Sozialdemokratische Fraktion · 2025-09-17

Wortprotokoll

Die Pelz-Initiative verlangt ein Import- und Handelsverbot für Pelze aus tierquälerischer Produktion. So kurz die Forderung ist, so logisch ist sie auch, denn wer trägt schon mit gutem Gewissen Pelz von Tieren, die zu ihren Lebzeiten gequält worden sind? Niemand, hoffe ich. Pelztragen ist Gewissensfrage. Es sollte eine Selbstverständlichkeit sein, dass man, wenn man schon nicht auf das Pelztragen verzichten möchte, nur Pelze von Tieren trägt, die aus tierschützerischer Sicht einigermassen anständig gehalten worden sind.

Der Bundesrat hat zu Recht erkannt, dass die Initiative einen Missstand aufzeigt, den wir beheben müssen, und dass ein griffiger Gegenvorschlag die richtige Methode ist. Die Absicht, diesen Missstand zu beheben, geniesst auch in der Bevölkerung grossen Rückhalt. Es ist irritierend, dass die Kommissionsmehrheit den guten Entwurf des Bundesrates nun verwässern will. Zwar habe ich ein gewisses Verständnis dafür, dass man nicht immer und überall noch einen Swiss Finish will und sich wenn möglich an internationalen Standards orientieren möchte. Aber hier, in diesem Bereich, ist ein Swiss [PAGE 1624] Finish eben dringend nötig, denn die internationalen Standards, die es gibt, sind von der Pelzindustrie definiert worden. Die Pelzindustrie kann selbst definieren, was Tierquälerei ist und was nicht - wie absurd ist denn das? Beispielsweise erlaubt das Label Furmark die Haltung von Nerzen, Füchsen und Marderhunden in kleinsten Drahtgitterkäfigen, in denen es den Tieren nicht möglich ist, ihre grundlegendsten Verhaltens- und Bewegungsbedürfnisse auszuleben; wir haben es vorhin gehört. Nein, wir dürfen es nicht den Pelzproduzenten überlassen, zu entscheiden, welche Methoden tierquälerisch sind und welche nicht. Nein, hier braucht es eben eine Schweizer Lösung, auch mit Blick auf unsere Tierschutzgesetzgebung, von der immer wieder gesagt wird, dass sie eine der strengsten der Welt sei.

Die Arbeiten für ein Schweizer Zertifizierungsprogramm sind bereits weitgehend abgeschlossen. Deswegen ist es logisch, dieses eben auch so festzuschreiben. Die Kundinnen und Kunden in der Schweiz sollen nicht nur wissen, woher der Pelz stammt, den sie kaufen. Sie sollen auch sicher sein können, dass das gekaufte Pelzprodukt nicht aus tierquälerischer Produktion stammt.

Sagen Sie Nein zu Qualpelzen, stimmen Sie den Minderheitsanträgen und dem Gegenvorschlag zu!