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Götte Michael · Nationalrat · 2025-09-25

Götte Michael · Nationalrat · St. Gallen · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2025-09-25

Wortprotokoll

Heute sind wir uns gewohnt, dass es zu allem und jedem tiefschürfende Studien und wortgewaltige Expertenmeinungen gibt. Manchmal sind diese ganz hilfreich, vielfach dienen sie aber eher dazu, das wirklich Entscheidende zu vernebeln. Ganz anders der Volksmund: Dieser setzt auf Erfahrung und den gesunden Menschenverstand und versteht es, die Sache in wenigen Worten auf den Punkt zu bringen. Eine dieser althergebrachten Redewendungen lautet: "Allzu viel ist ungesund." Selbst an sich[NB]gute[NB]Dinge[NB]haben ihre Schattenseiten, sobald sie das vernünftige Mass überschreiten, und dies gilt auch für die Zuwanderung.

Ich wohne und arbeite seit jeher in einer Grenzregion der Schweiz. Die Ostschweiz hat immer von einem fruchtbaren Austausch mit dem Vorarlberg und unseren deutschen Nachbarn gelebt. Viele Industriepioniere kamen aus dem Ausland. Heute müssten die meisten Unternehmen und Institutionen ohne ausländische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre Tore schliessen - nur, darum geht es nicht. Nicht die Zuwanderung von Arbeitskräften an und für sich ist das Problem, sondern das Ausmass der Zuwanderung; das ist heute das Problem. Um mich zu wiederholen: Allzu viel ist[NB]ungesund.[NB]Ein[NB]reichhaltiges Essen kann ein Genuss sein, doch im Übermass belastet es uns manchmal bis zum nächsten Tag.

Das Sprichwort "Allzu viel ist ungesund" lehrt uns, bewusst zu wählen. Dies gilt auch für die Bevölkerungsentwicklung. Wo verläuft in der Schweiz die Grenze bei der Zuwanderung? Wann schlägt diese vom Positiven ins Negative um? Die Nachhaltigkeits-Initiative der SVP gibt darauf eine klare und ehrliche Antwort. Wir wollen, dass die Schweiz bis ins Jahr 2050 nicht mehr als 10 Millionen Einwohner hat. Unseren Lebensraum können wir nicht vergrössern, wir können aber mit einer massvollen und kontrollierten Zuwanderung dafür sorgen, dass dieser Lebensraum auch für die kommenden Generationen lebens- und liebenswert bleibt. Das von mir zitierte Sprichwort "Allzu viel ist ungesund" ist keine Warnung, es ist auch kein erhobener Zeigefinger, vielmehr ist es eine Einladung und ein Auftrag, das richtige Mass zu finden. Nur dort, wo wir masshalten, kann das Leben in seiner ganzen Vielfalt zur Geltung kommen. [PAGE 1852]

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