AB 364148
Z'graggen Heidi · Ständerat · Uri · Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP. · 2025-09-25
Wortprotokoll
Wir haben uns in der letzten Session ausführlich über den Wert des Isos und über die Postkartenschweiz unterhalten. Wir haben über die Wichtigkeit der Qualität der Bauten, gerade in Zeiten der Anforderungen bezüglich Verdichtung, gesprochen. Es muss uns in unserem Land - und damit meine ich ausdrücklich Bund, Kantone, Städte und Gemeinden - gelingen, die Verdichtung qualitätsvoll zu gestalten. Was wir heute in der Schweiz sehen, entspricht zum Teil kaum dem, was wir unter qualitätsvollen Bauten und Siedlungen verstehen. Übergangsräume und Agglomerationen stehen heute unter massivem Druck, ökologisch, städtebaulich, auch sozial. Wir haben zwar Programme, sie sind aber fragmentiert. Es gibt punktuelle Initiativen, aber es gibt eben auch fehlende Kohärenz, die zu qualitativen Lücken führt. Genau das hat mich zu meiner Motion bewogen.
Wir brauchen jetzt verbindliche Leitplanken und nicht erst ab 2028, wie es der Bundesrat in seiner Stellungnahme geschrieben hat. Ich möchte betonen: Agglomerationen gibt es in allen Kantonen. Auch ländliche Regionen haben solche Übergangszonen zwischen Tälern, Dörfern und Städten. Die ganze Schweiz ist also betroffen. Die Auswirkungen von unkoordiniertem Wachstum, Eintönigkeit und fehlender Qualität spüren alle Regionen der Schweiz. Die Dringlichkeit des Handelns wird drastisch illustriert - auch das habe ich in der letzten Session erwähnt - durch einen Artikel in der "NZZ am Sonntag" vom 24.[NB]August 2024. Ich möchte das hier gerne wiederholen: "Das Land wird zugepflastert mit trostlosen Siedlungen [...]. Was in der Schweiz so an Gebäuden herumsteht, ist oft nur mit einem Wort zu beschreiben: Verbrechen. Wie ein Krebs frisst sich im Zuge der Verdichtung und der Profitmaximierung eine beeindruckende Eintönigkeit in die Hügel und Wiesen [...] auch in bis anhin verschonte Gegenden." Diese drastischen Worte machen klar: Handeln ist dringend, ist erforderlich.
Der Bundesrat anerkennt ja den Handlungsbedarf in seiner Stellungnahme ausdrücklich; der Bundesrat führt selber aus, dass die Anliegen der Motion sinnvoll und wichtig seien. Es ist daher nicht nachvollziehbar, weshalb die Motion nicht angenommen werden sollte, denn sie verlangt Klarheit, Koordination und Wirksamkeit. Die Vorteile sind klar: Die bestehenden Programme werden gebündelt, verbindliche Qualitätsstandards werden gesetzt, es gibt Orientierung für Bauherren, Kantone, Gemeinden und private Akteure. Es führt also zu Planungssicherheit. Ich plädiere für eine schnelle Umsetzung, um jetzt zu handeln und eben die bestehenden Programme nicht erst 2028 zusammenzuführen. Letztlich ist es ein starkes Signal des Parlamentes, dass die qualitative Transformation für alle Kantone und Regionen höchste Priorität haben soll.
Ich bitte Sie, diese Motion anzunehmen, sie zu unterstützen, sodass wir handeln können, bevor es zu spät ist.