AB 365591
Gmür-Schönenberger Andrea · Ständerat · Luzern · Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP. · 2025-12-04
Wortprotokoll
Ich möchte schon noch ein paar Sachen klären. Ein Problem gibt es schon: Meines Erachtens gehen zu viele junge Leute, Kinder ans Gymnasium, anstatt den Weg über die Berufsbildung zu nehmen. Die Durchlässigkeit funktioniert auf beiden Seiten, und daran müssen wir auch weiterhin festhalten. Das Pibs ist für mich ganz klar eine Verbesserung des bisherigen Weges. Denn bisher musste man irgendwo ein Jahr Praktikum absolvieren, bevor man an eine Fachhochschule wechseln konnte. Jetzt ist das dann alles bereits im Studium integriert, und zwar fachspezifisch. Also, einen besseren Weg kann man sich gar nicht vorstellen.
Was die fehlenden Arbeitskräfte im Mint-Bereich anbelangt, Kollege Würth: Wir haben ein zehnjähriges Pilotprojekt, das jetzt abgeschlossen werden soll. Das resultierte ja eben daraus, dass bereits vorher ein jahrelanges Manko im Mint-Bereich zu verzeichnen war. Mit Kurzfristigkeit hat das überhaupt nichts zu tun.
Sie haben auch gesagt, man könnte hier etwas gegen die steigende Akademikerarbeitslosigkeit tun. Es ist genau das Gegenteil: Akademiker sind jene Leute, die an der Universität sind. Aber wir sprechen hier von jenen Leuten, die die Berufsorientierung haben und schlussendlich im Fachhochschulbereich ihren Abschluss machen. Mit Akademikerarbeitslosigkeit hat das eigentlich nicht so viel zu tun.
Und schlussendlich noch ein Wort zum freien Zugang zu den Fachhochschulen: Es ändert sich überhaupt nichts mit diesen Pibs. Sie dauern genau gleich lang, vier Jahre, die Qualität ist die gleiche, und man muss nicht weniger Anforderungen erfüllen. Ich bitte Sie also aus all diesen Gründen einzutreten.
Noch ein letzter Punkt: Niemand geht ans Gymnasium mit der Absicht, irgendwann ein Pibs zu absolvieren, überhaupt nicht. Das ist gar nicht vorstellbar. Die Leute, die Kinder gehen sehr häufig ans Gymnasium, weil schon die Eltern finden, das sei der Königsweg, und weil auch in der Primarschule immer wieder ein solcher Königsweg propagiert wird. Da müsste man in erster Linie ansetzen.
Ich bitte Sie, wie gesagt, einzutreten.