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Prelicz-Huber Katharina · Nationalrat · 2025-12-09

Prelicz-Huber Katharina · Nationalrat · Zürich · Grüne Fraktion · 2025-12-09

Wortprotokoll

Eine meiner Minderheiten betrifft Artikel 13 Absatz 2. Es geht um Finanzhilfen für Kantone und Dritte, wenn diese das Potenzial der frühen Förderung auszuschöpfen beginnen. Hier ist viel möglich, wenn eine gute, qualifizierte Betreuung in die Wege geleitet wird, die eine individuelle Förderung möglich macht. Im sozialen, kognitiven und emotionalen Bereich passiert in den ersten Lebensjahren der Kinder sehr viel. Sie sind lernbegierig. Wenn sie gut angeleitet werden, lernen sie spielerisch und ohne Zusatzaufwand. Sie können bei Schuleintritt die Landessprache bestens sprechen, sogar eine Zweitsprache ist möglich.

Einzelne Gemeinden, Städte und Kantone haben schon einiges gemacht, aber schauen wir die Gesamtschweiz an, erkennen wir noch viel Nachholbedarf. Studien zeigen leider, dass die Schulsprache bei Eintritt in die Schule oft noch nicht vorhanden ist. Sie soll gezielt gefördert werden, auch vom Bund. Gemäss der UN-Kinderkonvention, die wir ratifiziert haben, ist Chancengleichheit auch Sache des Bundes. Investieren wir also in Programme der Frühförderung, die uns im Endeffekt deutlich günstiger kommen. Sagen Sie bitte Ja zum Antrag der Minderheit!

Der Antrag meiner weiteren Minderheit ist mit einer grossen Bitte verbunden: Halten Sie am Beschluss des Nationalrates fest! Wir haben bei Artikel 5 Absatz 2ter sehr deutlich Ja gesagt. Hier geht es um die Integration von Kindern mit Behinderungen. Auch sie sollen die Möglichkeit haben, eine Kita zu besuchen - trotz starker Behinderung, trotz hohem Betreuungsaufwand. Wenn eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter mit einem Kind mit einer Beeinträchtigung beschäftigt ist, kann sie oder er die anderen Kinder nicht beaufsichtigen. Das liegt auf der Hand. Es braucht deshalb eine zusätzliche Angestellte.

Ich nenne ein konkretes Beispiel: Ein dreijähriger Junge benötigt eine Sonde für seine künstliche Ernährung und muss deshalb permanent medizinisch überwacht werden. Er ist aber mobil, wissbegierig und kognitiv normal. Mit einer zusätzlichen Mitarbeiterin könnte er bestens am Kita-Alltag teilnehmen. Mit einem dreifachen Betrag der Betreuungszulage wäre dies für die Eltern finanziell tragbar. Sie hätten aber immer noch eigene Kosten zu tragen. Wenn sie aber keine Kita für ihr Kind finden, muss ein Elternteil - meist die Mutter - zuhause bleiben und fehlt dann wiederum in der Wirtschaft. Für die Eltern geht es nicht nur um das Finanzielle, sondern auch um eine Entlastung in ihrem Alltag. Sehr oft kommen sie an ihre Grenzen, wenn sie keine Kita und somit keine Zeit für andere Tätigkeiten haben.

Es geht um einen geringen Betrag. Es geht um etwa fünfhundert Kinder in der ganzen Schweiz. Das bedeutet 1,5 Millionen Franken pro Jahr. Der Betrag ist also sehr klein, der Nutzen für die Eltern extrem hoch. Ich bitte Sie inständig, diese zu unterstützen.