Blunschy Dominik · Nationalrat · 2025-12-10
Blunschy Dominik · Nationalrat · Schwyz · Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP. · 2025-12-10
Wortprotokoll
Viele von uns dürften aufgeatmet haben, als der Bundesrat eine Einigung im Zollstreit mit den USA bekannt gab. Klar ist: Ein Deal mit den Vereinigten Staaten hat seinen Preis. Auch die Landwirtschaft ist betroffen, etwa durch die Ausweitung der Importkontingente für Fleisch aus den USA. Die Schweizer Landwirtschaft hat darauf bemerkenswert zurückhaltend reagiert. Das hat seinen Grund. "Swiss beef is considered the best in the world", würde ich Präsident Trump entgegnen. Dasselbe gilt für unser Geflügel. Die Nachfrage übersteigt das Angebot. Unsere Produzentinnen und Produzenten dürfen selbstbewusst in die Zukunft blicken, solange die Konsumentinnen und Konsumenten eine Wahl haben.
Die Ernährungs-Initiative will genau diese Wahlfreiheit einschränken. Das Initiativkomitee wird damit zur besten Gehilfin von Donald Trumps Exportagenda. Wer eine Selbstversorgungsquote von 70 Prozent erreichen will, muss die tierische Produktion in der Schweiz stark reduzieren und mehr pflanzliche Lebensmittel anbauen. Die Folge: Entweder wir essen vermehrt Importfleisch, vielleicht auch amerikanisches Chlorhuhn, oder wir müssen den Fleischkonsum massiv einschränken. Letzteres ist wohl das wahre Ziel der Initiative, nur wird es nicht offen gesagt. Darum sage ich es nun. [PAGE 2233]
Die Initiative schädigt die inländische Produktion und ist nur umsetzbar, wenn uns der Staat vorschreibt, was wir essen sollen. Ich bin überzeugt, dass die Schweizer Bevölkerung weiterhin selbst entscheiden können soll, was auf den Teller kommt. Und ich traue der Landwirtschaft zu, sich auf neue Bedürfnisse einzustellen, wenn die Bevölkerung eine andere Ernährung wünscht, freiwillig und ohne Zwang. Ich meinerseits will weder zum Vegetarier noch zum Veganer umerzogen werden, ich will auch weiterhin keine Chlorhühner essen. Essen ist und soll Privatsache bleiben. [GZ]
Darum lehne ich die Initiative entschieden ab.