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Brizzi Simona · Nationalrat · 2025-12-11

Brizzi Simona · Nationalrat · Aargau · Sozialdemokratische Fraktion · 2025-12-11

Wortprotokoll

Die Volksinitiative "für eine Einschränkung von Feuerwerk" will die gesundheitlichen, ökologischen und tierschutzrelevanten Belastungen durch laute Feuerwerke deutlich reduzieren. Das Anliegen wird von einem breiten Bündnis aus Tierschutz-, Umwelt- und Gesundheitsorganisationen getragen. Eine repräsentative Bevölkerungsbefragung des Forschungsinstituts GFS Bern zeigte im Frühling 2025, dass mehr als zwei Drittel der Schweizerinnen und Schweizer der Initiative "für eine Einschränkung von Feuerwerk" zustimmen würden, und dies über alle politischen Parteien hinweg. Warum?

Jedes Jahr verursachen Feuerwerke kurzzeitige massive Feinstaubkonzentrationen, die weit über den Grenzwerten liegen. Für Menschen mit Atemwegserkrankungen, für ältere Personen und für Kinder kann dies unmittelbar belastend sein. Auch Tiere - Haustiere wie auch Nutz- und Wildtiere - leiden unter der Lärmbelastung, die zu Stress, Panik und Verletzungen führen kann. Zudem entstehen immer wieder Brände, schlimme Unfälle und erhebliche Umweltbelastungen durch Rückstände und Abfall. Nebst Lärm generiert Feuerwerk pro Jahr etwa 1300 Tonnen Abfall, der meist im öffentlichen Raum oder auf landwirtschaftlichen Flächen liegen bleibt und damit nicht nur die Umwelt verschmutzt, sondern auch horrende Kosten für die Räumung bedeutet.

Die Bevölkerung ist sensibilisiert. Ein wachsender Teil wünscht sich Einschränkungen oder Alternativen, etwa Lichtshows oder zentrale professionelle Feuerwerke. Die Initiative hat reelle Chancen, angenommen zu werden.

In meinen Augen geht die Initiative jedoch etwas zu weit. Der ausgearbeitete Gegenvorschlag greift das Anliegen der Initiative auf, ist aber etwas offener formuliert. Ich unterstütze daher den Gegenvorschlag mit der Minderheit Baumann, die für eine stärkere Reduktion des privaten Feuerwerks eintritt und die Anliegen der Initiative gut aufgreift. Die Minderheit Baumann argumentiert konsequent aus Sicht des Gesundheits- und Umweltschutzes und vertritt jene Gruppen, die heute am stärksten betroffen sind: Menschen mit chronischen Erkrankungen, Familien mit kleinen Kindern, traumatisierte Menschen, Tierhalterinnen und Tierhalter sowie Personen, die unter starkem Lärm oder Feinstaubbelastungen leiden.

Die Feuerwerks-Initiative ist kein Angriff auf Traditionen, sondern ein Schritt zu mehr Schutz, Rücksicht und Nachhaltigkeit. Es geht nicht darum, Feste abzuschaffen, sondern darum, sie verantwortungsvoll zu gestalten. Darum ist es richtig und konsequent, den Gegenvorschlag der WBK-N und die Minderheit Baumann zu unterstützen. Damit ist es uns möglich, einen modernen und verantwortungsvollen Umgang mit Feuerwerk in der Schweiz zu etablieren.