Rosenwasser Anna · Nationalrat · 2025-12-11
Rosenwasser Anna · Nationalrat · Zürich · Sozialdemokratische Fraktion · 2025-12-11
Wortprotokoll
Ich bin zuvorderst mit dabei, wenn es darum geht, Sachen, die Freude machen, politisch stark zu gewichten. Hinzu kommt, dass das Anschauen von Feuerwerk zu den wenigen Anlässen im öffentlichen Raum gehört, für die man nicht direkt bezahlen muss. Das ist eine Form von Zugänglichkeit, die ich ehrlich schätze.
Ja, Feuerwerke sind beliebt, aber wissen Sie, was noch beliebter ist? Die Initiative, von der wir heute reden. Um die 70 Prozent der Befragten befürworten diese Initiative, die lärmige Feuerwerke auf Ausnahmen beschränken will, über Parteigrenzen hinweg, über Altersgruppen, Einkommensklassen, Sprachregionen und Bildungsniveaus hinweg. Lärmiges Feuerwerk belastet einen grossen Teil der Schweiz.
Ich weiss gar nicht so recht, wo anfangen, vielleicht bei der Landwirtschaft: 1300 Tonnen Abfall pro Jahr sind eine Herausforderung für Landwirte. Zudem sind viele Landwirtschaftstiere Fluchttiere und leiden enorm unter den Explosionen. Zu den Landwirtschaftstieren kommt das Wild dazu und die zahmen Tiere, also Haustiere. Mir wurde in Gesprächen über diese Initiative oft beschwichtigend gesagt, es sei ja nur zweimal im Jahr. Aber dass zweimal im Jahr besonders viel Feuerwerk abgebrannt wird, macht die Lage nicht besser, sondern schlimmer, weil es die Notfälle konzentriert und damit das Gesundheitssystem überlastet wird. Das private Zünden von Feuerwerken führt nämlich nicht selten zu schweren Verletzungen, von denen übrigens laut Statistik vor allem Männer betroffen sind.
Um die Stimmung etwas zu heben, kann ich in meinem Votum verkünden, was mit dieser Initiative weiterhin alles erlaubt bleibt: Vulkane, Tischfeuerwerke, Wunderkerzen, Bengalfeuer, römische Kerzen, Feuershows, Fackeln und professionelle öffentliche Feuerwerke sind nach wie vor möglich. Aber ja, wir haben es heute mit dem Antrag auf eine Einschränkung zu tun, und in diesem Zusammenhang müssen wir uns die Frage stellen, wer bei der Annahme der Initiative eingeschränkt würde. Wir müssen uns aber auch fragen: Wer wird eingeschränkt, wenn wir so weitermachen wie bisher? Zu den Menschen, die von Feuerwerk belastet werden, zählen besonders vulnerable Personen wie Kinder, Personen mit einer Atemwegserkrankung oder Menschen mit einer Angststörung oder einem Kriegstrauma.
Ich höre in dieser Diskussion oft das gute alte Argument des Föderalismus. Es ist mir absolut schleierhaft, wie Politiker glauben können, dass Gemeindegrenzen Sinn ergeben, wenn es um Lärm und Feinstaubbelastung geht. Erklären Sie mal einem psychisch erkrankten Menschen, dass die Explosionsgeräusche bei ihm keine Panikattacke auslösen können, weil das Feuerwerk ennet der Dorfgrenze gezündet wurde.
Denken Sie darüber nach, das Zünden von Feuerwerk einzuschränken, wenn nicht für die Tiere, dann für die Menschen, wenn nicht für die Menschen, dann für die Natur. Und wenn nicht für die Natur, dann von mir aus für die in der Nacht vom[NB]1.[NB]August verletzten Männer auf der Notfallstation, die sich wünschten, irgendwer hätte ihnen zu grosses Feuerwerk verboten.
Ich bitte Sie, die Minderheiten Baumann anzunehmen und ebenfalls den Gegenvorschlag.