Wyssmann Rémy · Nationalrat · 2025-12-17
Wyssmann Rémy · Nationalrat · Solothurn · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2025-12-17
Wortprotokoll
Hier hinten sehen Sie das Wandbild von Charles Giron von 1901 mit der Muotaebene zwischen Brunnen und Schwyz. Sie sehen hier noch Ackerfläche, heute ist vieles überbaut. Stellen Sie sich vor, 1901 hatte die Schweiz drei Millionen Einwohner; sie hatte damals einen Selbstversorgungsgrad von 50 Prozent. Jetzt sehen Sie die Entwicklung: 1940 kamen der Plan Wahlen und die Anbauschlacht in Gang. Damals hatte die Schweiz vier Millionen Einwohner, und man versuchte auf Biegen und Brechen den Selbstversorgungsgrad auf 70 Prozent zu erhöhen. Eine Erhöhung fordert ja auch die Initiative, sie will den Selbstversorgungsgrad von 46 auf 70 Prozent erhöhen. Das schaffte man im Zweiten Weltkrieg durch die Vergrösserung der Anbaufläche von 180[NB]000 Hektar auf 500[NB]000 Hektar, dies aber bei vier Millionen Einwohnern. Das ging noch. Zusätzlich musste man im Krieg aber schon damals rationieren, das heisst den Lebensmittelverbrauch kontrollieren. Und genau so schaffte man es dann auch, den Selbstversorgungsgrad auf 70 Prozent zu erhöhen.
Heute haben wir neun Millionen Einwohner in der Schweiz. Die Initiative verlangt jetzt, den Selbstversorgungsgrad von 46 auf 70 Prozent zu erhöhen, dies bei neun Millionen Einwohnern und bei einer überbauten Fläche, die wesentlich grösser ist als jene zur Zeit des Zweiten Weltkriegs. Das geht nur mit massivsten Einschränkungen im Konsum. Das heisst, den Fleischkonsum müssen Sie verbieten, Sie müssen ihn kontrollieren. Sie können auch in der Produktion keine Fleischproduktion mehr zulassen, also erfolgen auch hier massivste Eingriffe in die persönlichen Freiheitsrechte, in die Freiheitsrechte der Bürger. Das sind die Folgen dieser Initiative. Das ist nichts anderes als sozialistische Planwirtschaft, und Sie wissen alle, wohin sozialistische Planwirtschaft führt: Sie führt in die Mangelwirtschaft, und sie führt schlussendlich auch in Hungersnöte. Wir haben das historisch klar belegt. Erinnern Sie sich an das Beispiel der Sowjetunion in den Zwanziger- und in den Dreissigerjahren.
Finger weg von dieser Initiative, lehnen Sie diese Initiative ab.