Lexipedia

Zopfi Mathias · Ständerat · 2025-12-18

Zopfi Mathias · Ständerat · Glarus · Grüne Fraktion · 2025-12-18

Wortprotokoll

Es gilt hier, mit ein bisschen anderen Zahlen, eigentlich dasselbe, was ich Ihnen vorhin - leider knapp erfolglos - gesagt habe; ich bitte Sie, nochmals zuzuhören, und ich bitte diejenigen, die vorhin anders entschieden haben, sich zu überlegen, ob sie sich nicht wenigstens in diesem Fall der Minderheit anschliessen wollen.

Wir würden gemäss Bundesrat bei Innotour Kürzungen von um die 30 Prozent vornehmen. Auch hier gilt, dass der betroffene Sektor Hand zu einem Kompromiss geboten hat. Das wurde vorhin zwar von mir erwähnt, aber nicht vonseiten der Bundespräsidentin, was ich ein bisschen bedauere. Denn da wir bei diesem Entlastungspaket ja auch die verschiedenen Organisationen, Player und Interessengruppen aufgefordert haben, einen Beitrag zu leisten und mitzuarbeiten, finde ich, dass man diese Kompromissbereitschaft schon auch würdigen müsste. Sonst gibt es einfach den Effekt, dass genau das gemacht wird, was eben die meisten anderen gemacht haben, nämlich zu sagen: Ja, das Entlastungspaket ist schon gut, aber es soll ja nicht bei uns gespart werden.

Ich möchte noch einmal klar betonen: Der Tourismussektor hat das gerade nicht getan, sondern in diesem Beispiel hat sich Innotour mit einer Kürzung von 10 Prozent einverstanden erklärt, und das entspricht dem Antrag der Minderheit. Auch Innotour übernimmt sehr wichtige Aufgaben; es geht darum, Projekte umzusetzen und für die Herausforderungen im Tourismus Lösungen bereitzustellen. Es geht zum Beispiel um die Anpassung an den Klimawandel, um nachhaltige Entwicklung, um Gästelenkung. Gerade das zeigt, dass dieses vereinfachte Bild, das vorhin gemalt wurde, wonach es bereits zu viel Tourismus gibt und wir daher nicht zusätzlich darin investieren sollten, nicht zutrifft.

Es ist ja nicht so, dass Innotour einfach Werbung rund um Gebiete gemacht hat, die bereits unter dem Tourismus leiden. Diese mag es geben; aber es gibt eben auch andere Gebiete, in denen der Tourismus ein willkommener und wichtiger Wirtschaftsfaktor ist. Und es geht ja eben gerade darum, diese Regionen mit Projekten, zum Beispiel mit einer Gästelenkung, relativ gesehen zu stärken. Deshalb unterstützen Sie, wenn Sie dieser Minderheit zustimmen, nicht den Overtourism, sondern Sie unterstützen im Gegenteil die betroffenen Regionen darin, dieser Herausforderungen Herr zu werden und gleichzeitig weiterhin von der wirtschaftlich wichtigen Funktion des Tourismus - und diese wird wohl niemand abstreiten können - profitieren zu können. Gerade mit Innotour unterstützen Sie namhafte Regionen, die sonst ökonomisch vor grossen Herausforderungen stehen würden und in denen der Tourismus einen markanten Anteil der Wertschöpfung darstellt.

Ich bitte Sie deshalb - und Sie haben auch gesehen, dass die Minderheit diesmal leicht anders zusammengesetzt ist, also wittere ich hier Chancen -, sich der Minderheit anzuschliessen und gegen diese noch viel drastischere Kürzung als bei der vorherigen Position zu stimmen. Weil der Betrag insgesamt nicht so gross ist, würden Sie hier eine weniger grosse finanzielle Gefährdung des Entlastungspaketes in Kauf nehmen.