Engler Stefan · Ständerat · 2026-03-02
Engler Stefan · Ständerat · Graubünden · Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP. · 2026-03-02
Wortprotokoll
Bei der tragischen Brandkatastrophe in Crans-Montana in der Silvesternacht sind Menschen aus mehreren Nationen ums Leben gekommen oder verletzt worden. Ich begrüsse auf der Tribüne die offiziellen Vertreterinnen und Vertreter dieser Länder zu diesem Gedenkmoment im Ständerat. Exzellenzen, sehr geehrte Damen und Herren des diplomatischen Corps, ich danke Ihnen für Ihre Anwesenheit.
Zwei Monate ist dieses Jahr bereits alt, doch die erste Nacht des Jahres bleibt uns für immer im Gedächtnis. Sie lässt uns nicht los, und wir dürfen sie nicht vergessen. In der Silvesternacht sind beim Brand in der Bar "Le Constellation" in Crans-Montana 40 junge Menschen ums Leben gekommen, ein weiterer junger Mann ist kürzlich an seinen Verletzungen gestorben. Viele weitere liegen noch in Spitälern und kämpfen um ihre Genesung. Es waren junge, fröhliche Menschen, die gemeinsam feierten und sich auf das neue Jahr, auf ihre Zukunft, auf glückliche und schöne Momente freuten. In einem plötzlichen Inferno wurden viele Leben und unzählige Träume und Hoffnungen sinnlos und[NB]brutal[NB]zerstört.[NB]Familien,[NB]Angehörige und Freunde der Opfer bleiben fassungslos, traurig, wütend und verzweifelt zurück.
Un chemin long et difficile attend celles et ceux qui ont survécu, marqués à jamais par de lourdes séquelles physiques et psychologiques. Deux mois après cette tragédie, nous sommes toujours en pensée avec toutes ces personnes, car le temps ne guérit pas toutes les blessures. Nos pensées vont aussi aux secouristes qui ont déployé des efforts surhumains et qui, eux non plus, n'oublieront jamais cette nuit. Nos pensées vont également au personnel médical, en Suisse et à l'étranger, qui oeuvre sans relâche pour soigner les blessés.
Un incendio improvviso ha spezzato in modo insensato e brutale numerose vite, infranto innumerevoli sogni e speranze. Restano l'incredulità, la tristezza, la rabbia e la disperazione delle famiglie, dei parenti e degli amici delle vittime. I sopravvissuti, segnati da gravi ferite e ricordi drammatici, sono solo all'inizio di un percorso lungo e difficile. A due mesi da quella orribile notte pensiamo a tutti loro, perché ci sono ferite che il tempo non guarisce.
Nel momento del bisogno i vicini serrano i ranghi: esprimo tutta la mia gratitudine anche per la solidarietà dimostrata dai Paesi vicini e dal resto del mondo.
Am Tag des Ereignisses und auch später haben viele Menschen als Einsatzkräfte Ausserordentliches geleistet, um Verstorbene und Verletzte zu bergen, die Verletzten medizinisch zu versorgen und den Hergang der Katastrophe zu erforschen. Wir denken heute mit grosser Dankbarkeit an die Helfer vor Ort, deren Augen Schreckliches gesehen haben und die mehr als ihre Pflicht getan haben: Polizisten, Feuerwehrleute, Sanitäter, Ärzte und Pflegepersonal, Seelsorger, Forensiker und weitere Helfende.
Wir hätten die Opfer in der Schweiz allein nicht unterbringen und versorgen können. Besonders hervorzuheben ist deshalb der Einsatz des Katastrophenschutzverfahrens der EU zur Behandlung der schweren Brandverletzungen. In schweren Stunden stehen unsere Völker zusammen. Das zeigen auch viele Beweise der Hilfe und Anteilnahme, die aus allen Teilen Europas bei uns eingegangen sind.
Der Vertrauensverlust, den diese Katastrophe ausgelöst hat, wirft indes einen langen Schatten. Wir alle vertrauen täglich darauf, dass öffentlich zugängliche Einrichtungen sicher sind. Wir verlassen uns darauf, dass alle ihre Pflicht getan und ihre Verantwortung ernst genommen haben. In eine Bar, in ein Restaurant zu gehen, ist alltäglich. Was passiert ist, könnte uns allen jederzeit zustossen. Es ist klar, dass es nie eine absolute Sicherheit gibt. Wenn wir jedoch nicht darauf vertrauen können, dass alles für unsere Sicherheit getan wurde, trifft uns das bis ins Mark. [PAGE 2]
Wir können den Schmerz der Betroffenen nicht ermessen. Wir können ihn nicht heilen und ihn nicht ungeschehen machen. Die Opfer und ihre Angehörigen haben aber Anspruch darauf, dass, wo Sorgfaltspflichten verletzt wurden, die Verantwortlichen von der Justiz belangt werden, ein materieller Schaden ersetzt wird und sie Genugtuung erhalten.
Wir tragen die Verantwortung dafür, aus solchen Tragödien zu lernen und im Rahmen unseres Auftrags zu handeln: Lehren zu ziehen, gesetzliche Grundlagen zu überprüfen und dort anzupassen, wo es nötig ist, und im föderalen Zusammenwirken mit dem Kanton Wallis und der Gemeinde Crans-Montana Solidarität gegenüber den Opfern und ihren Familien zu beweisen.
Wir werden dem Tod mit Worten nicht gerecht. Wir können Schmerz und Trauer nicht entgelten. Wir wollen die Wut der Betroffenen nicht hemmen. Was wir heute tun wollen, ist, in Demut unser Mitleiden zu bekunden.
Ich ersuche Sie im Saal und auf den Tribünen, sich zu erheben und in einem Moment der Stille der Opfer, ihrer Familien und ihrer Liebsten gemeinsam zu gedenken.
[VS]
Der Rat erhebt sich zu Ehren der Verstorbenen [GZ]
L'assistance se lève pour honorer la mémoire des défunts