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Nause Reto · Nationalrat · 2026-03-03

Nause Reto · Nationalrat · Bern · Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP. · 2026-03-03

Wortprotokoll

Der Tourismus ist ein zentraler Wirtschaftsfaktor. Der Tourismus ist eine zentrale Stütze, namentlich im ländlichen Raum. Er ist aber auch eine Klammer zwischen Stadt und Land, und er ist hochgradig beschäftigungswirksam.

Ich bitte Sie, in der Zeit etwas zurückzublenden. Schauen wir das Jahr 2020 an, als die ganze Branche am Abgrund stand. Die Gastronomie war im Lockdown, die Hotels konnten nur dank der Inlandnachfrage knapp überleben. Dann kam ein Krieg in Europa, und seit Samstag wissen wir, dass eine ganze Region dieser Welt, nämlich der Nahe Osten, touristisch vor einem Kollaps steht. Die Gäste aus diesem Raum werden auch die Schweiz auf absehbare Zeit nicht mehr besuchen. Was der Tourismus in dieser Zeit braucht, in der sich die geopolitischen Verhältnisse von heute auf morgen sehr dramatisch verändern können, ist Stabilität. Der Tourismus braucht den bewährten Dreiklang: erstens die Neue Regionalpolitik, die die Infrastrukturen zur Verfügung stellt; zweitens Innotour, wo Innovation in Zeiten des Klimawandels, in Zeiten der Digitalisierung erprobt wird, wo Angebotsförderung[NB]zur[NB]räumlichen[NB]und zeitlichen Verteilung der Tourismusströme erprobt wird; drittens als letzte wichtige Säule die Organisation Schweiz Tourismus, die für Gästelenkung und Nachfrageförderung auch für kleine und mittelgrosse Destinationen sorgt.

Angewiesen auf eine schwach gebundene Ausgabe, hat der Tourismus in der Vergangenheit bereits mehrfach einen Beitrag leisten müssen. Der Tourismus ist auch bereit, im Rahmen des Entlastungspakets 27 einen Beitrag zu leisten, nicht überproportional, sondern solidarisch. Bei Massnahme 18, sie betrifft Innotour, zeigt uns der Ständerat diesen solidarischen Weg auf. Meine Minderheit zu Massnahme 18 stützt die ständerätliche Position und den ständerätlichen Sparbeitrag. In diesen schwierigen Zeiten sollten wir nicht auch noch die Innovation abwürgen.

Zu Massnahme 17, sie betrifft Schweiz Tourismus: Hier ziehe ich den Antrag meiner Minderheit II zugunsten der Minderheit[NB]I (Gafner) zurück. Herr Gafner will mit seinem Antrag eine 10-prozentige Kürzung. Das entspricht unserem Beschluss aus der Budgetdebatte 2026. Diese Kürzung - es ist eine echte Kürzung und nicht einfach eine Ausgabenverflachung - ist schmerzhaft, aber sie ist kein Kahlschlag, und deshalb unterstütze ich den Minderheitsantrag Gafner.

Schweiz Tourismus, das muss man wissen, ist eine klassische Public-Private-Partnership. Wenn die Bundesmittel, so, wie dies der Bundesrat vorschlägt, um 20 Prozent gekürzt werden, dann fallen eben auch private Mittel weg, und dann wird die Situation für Schweiz Tourismus existenziell. Der[NB]Sparbeitrag, den die Tourismusbranche für den [PAGE 55] Bundeshaushalt leistet, ist im Rahmen des gewaltigen Bundeshaushalts marginal, aber volkswirtschaftlich wäre der Schaden für die Branche enorm hoch. Schweiz Tourismus steuert die räumliche und saisonale Entwicklung der Tourismusströme und leistet damit auch einen Beitrag zum Ganzjahrestourismus. Ich bitte Sie deshalb, hier die Minderheit I (Gafner) zu unterstützen.