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Hegglin Peter · Ständerat · 2026-03-03

Hegglin Peter · Ständerat · Zug · Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP. · 2026-03-03

Wortprotokoll

Vorab meine Interessenbindung: Ich bin wahrscheinlich der einzige Imker hier im Saal, und ich pflege in der Regel 16 Bienenvölker. Es heisst "in der Regel", weil es über den Winter immer Verluste gibt. Dieses Jahr habe ich 4 Bienenvölker verlustig, aber im Frühjahr gleicht sich das durch die Schwarmtätigkeit der Bienen oder die Zucht wieder aus, sodass ich im Herbst wieder 16 bis 20 Bienenvölker habe. Das ist im Jahresturnus so.

Weshalb melde ich mich? Ich stehe der Standesinitiative, die vielleicht gut gemeint ist, kritisch gegenüber, vor allem was das Ziel der Initiative betrifft. Die Initiative verlangt vom Bund eine finanzielle Unterstützung für Imkerinnen und Imker bei der Fütterung ihrer Bienenvölker, wenn das natürliche Nahrungsangebot aufgrund geoklimatischer Ausnahmebedingungen nicht ausreicht. Was heisst das konkret? Damit ist die Sommerfütterung bei einer Trachtlücke gemeint. Das heisst, dass dann, wenn die Blütenzeit vorbei ist und es noch keinen Wald- oder Blatthonig gibt, kein ausreichendes alternatives Nahrungsangebot mehr zur Verfügung steht. In dieser Phase muss man schauen, dass die Bienen nicht verhungern, und man muss ihnen allenfalls mit Zuckersirup eine entsprechende Fütterung verabreichen.

Was kostet diese Fütterung im Sommer? Ich komme auf etwa 10 bis 15 Franken pro Bienenvolk, wenn ich die Kosten für den Futtermittelkauf berechne. Dieser Betrag ist höher, wenn ich 100 Bienenvölker habe, dann ist er vielleicht bei 1000 oder 1500 Franken. Der durchschnittliche Bestand der Imker in der Schweiz liegt bei rund 10 Bienenvölkern. Das ist nicht so viel. Wenn Sie das multiplizieren, ist eine staatliche Förderung zur Finanzierung dieser Trachtlücke nicht verhältnismässig.

Dann kommt im Auftrag der Standesinitiative noch die Einschränkung "bei geoklimatischen Ausnahmebedingungen" hinzu. Was heisst denn das? Man müsste eher die abnehmende Biodiversität berücksichtigen. Unter "geoklimatisch" verstehe ich eher das Wetter. Das ist in der Zielsetzung aber nicht erwähnt. Wahrscheinlich wäre die Auffütterung im Herbst für den Winter wesentlich teurer. Sie kostet etwa 25 Franken pro Volk. Diese Kosten sind in der Initiative nicht erwähnt. Es ist die Sommerfütterung erwähnt.

Was wären die Folgen dieser Initiative? Ich glaube, sie würde vor allem zu einem erheblichen zusätzlichen administrativen Aufwand für gleichzeitig geringe finanzielle Beiträge führen. Die Imkerei gilt heute steuerrechtlich meist als Liebhaberei. Es fallen Aufwand und Erträge an, die in der Regel nicht versteuert werden müssen. Bekanntlich werden 95 Prozent der Bienenvölker von Hobbyimkern gehalten, das hat auch der Kommissionssprecher gesagt. Mit finanziellen Bundesbeiträgen würde sich das dann wahrscheinlich ändern. Buchhaltungspflicht und Angaben in Steuererklärungen wären sicher die logische Konsequenz. Ich persönlich handhabe das zwar so, möchte aber meine Kolleginnen und Kollegen nicht unbedingt auch noch mit dieser Bürokratie belasten.

Aus diesen Gründen ist die Haltung der Kommission richtig. Der vorgeschlagene Weg muss vielmehr in Richtung der bereits angenommenen Motion Hegglin Peter 23.4028, "Sicherung der Insektenbestäubung, insbesondere durch Wild- und Honigbienen", gehen. Allerdings bin ich der Meinung, dass hier deutlich mehr Effort möglich oder notwendig wäre. Mir scheint es eher so, als wäre die Bundesverwaltung mit angezogener Handbremse unterwegs. Ich höre wenig von Umsetzung oder Planung. Ich meine, im Bereich Förderung, Forschung und Zucht von krankheits- und schädlingsresistenten Bienenrassen wäre mehr möglich. Bienenverbände erhalten nach wie vor wenig oder keine finanziellen Mittel. Hier gibt es eher Handlungsbedarf. Wenn man die Imkerei wirksam unterstützen möchte, dann doch vor allem durch eine stärkere Finanzierung der Organisationen für die Beratung, Ausbildung und Weiterbildung oder für die Bekämpfung von Krankheiten. Ein Beispiel wäre die Abgabe von Medikamenten an Imker.

Abschliessend: Das grösste Problem für die Imker ist momentan immer noch die Asiatische Hornisse. Umso unverständlicher ist es, dass der Bundesrat bei der Bekämpfung dieser flächendeckend auftretenden, invasiven Art nicht die Führung übernehmen will; die Verantwortung ist weiterhin bei den Kantonen. Der Bundesrat verkennt damit die Realität, nämlich dass sich die Asiatische Hornisse eben nicht an Kantonsgrenzen hält, sondern die ganze Schweiz belastet.

Damit komme ich zum Schluss: Obwohl gut gemeint, glaube ich, zielt diese Standesinitiative am Ziel vorbei, und ich empfehle Ihnen, ihr keine Folge zu geben.