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Zybach Ursula · Nationalrat · 2026-03-09

Zybach Ursula · Nationalrat · Bern · Sozialdemokratische Fraktion · 2026-03-09

Wortprotokoll

Die grässliche Brandkatastrophe von Crans-Montana hat unvorstellbares Leid verursacht. Sämtliche Blaulichtorganisationen haben eine grossartige Arbeit geleistet, Europa hat uns rasch unterstützt, und es wurden Patientinnen und Patienten in Deutschland, Belgien, Frankreich und Italien behandelt. Danke für diese professionelle Arbeit und die unbürokratische Solidarität.

Dass die Hinterbliebenen der Brandopfer und die Schwerverletzten mit ihren Angehörigen nun wenigstens materielle [PAGE 237] Unterstützung vom Bund erhalten, im Moment grösster materieller und immaterieller Not, ist richtig. Bundespräsident Parmelin hat dieses Gesetz angekündigt, abgestimmt mit dem gesamten Bundesrat, und Bundesrat Beat Jans bzw. das EJPD legt uns mit diesem Gesetz eine einfache und pragmatische Lösung vor.

Ausserordentliche Situationen erfordern ausserordentliche Massnahmen. Wir bedanken uns insbesondere auch für die wertvolle Zusammenstellung der möglichen Leistungen der verschiedenen Versicherungssysteme. Dies ist aufgrund des Alters der Opfer und auch ob des Umstands, dass viele der Opfer im Ausland wohnhaft sind, von besonderer Bedeutung.

Die SP-Fraktion wird, wie schon vorhin gesagt, diesem Gesetz und den Anträgen der Kommissionsmehrheit zustimmen wie auch dem Antrag der Minderheit Wettstein.

Politik setzt Rahmenbedingungen. Es macht mich wütend, es macht uns wütend, dass diese so schlecht waren respektive so schlecht umgesetzt wurden. Ich muss Ihnen hier in aller Klarheit in Erinnerung rufen, dass diese Brandkatastrophe einen Super-GAU bezüglich unternehmerischer Freiheit respektive unternehmerischer Verantwortungslosigkeit darstellt. Wo sind nun die privaten Initiativen der Solidarität gegenüber dem grässlichen und wohl auch lebenslangen Leiden der Opfer, dem Leiden der Angehörigen und auch der involvierten Helferinnen und Helfer? Wo sind die Zeichen der Solidarität, zum Beispiel auch aus der Versicherungsbranche? Wir müssen uns bei der Verwendung dieses Millionenbetrags an Steuergeldern sehr bewusst sein, dass wir hier ein Zeichen für die Bewältigung einer Katastrophe setzen, die von einem privaten Unternehmen verursacht wurde.

Im Moment läuft die Revision der Brandschutzvorschriften 2026. Wir werden eng verfolgen, was konkret umgesetzt werden soll. Denn nach der Katastrophe von Crans-Montana können wir weder einfach so auf Eigenverantwortung der Unternehmer setzen noch akzeptieren, dass wegen unternehmerischer Freiheiten oder einfach wegen der baulichen Situation Brandschutzvorschriften gelockert werden. Vielmehr braucht es weiterhin strenge Vorschriften und behördliche Kontrollen, wobei diese einen noch höheren Stellenwert als vorher haben müssen.